Aufstieg und Fall einer Kanzlerin

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Merkel der Aufstieg

Biografie
Geboren am 17. Juli 1954 in Hamburg
1973 Abitur in Templin
1973 – 1978 Physikstudium an der Universität Leipzig, Diplomphysikerin
1978 – 1990 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentralinstitut für physikalische Chemie an der Akademie der Wissenschaften
1986 Promotion
1989 Mitglied des “Demokratischen Aufbruchs”
1990 Eintritt in die Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)
1990 Stellvertretende Regierungssprecherin der DDR-Regierung de Maizière
seit 1990 Mitglied des Deutschen Bundestages
1991 – 1998 Stellvertretende Vorsitzende der CDU Deutschlands
1993 – 2000 Vorsitzende der CDU Mecklenburg-Vorpommern
1991 – 1994 Bundesministerin für Frauen und Jugend
1994 – 1998 Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
1998 – 2000 Generalsekretärin der CDU Deutschlands
seit 2000 Vorsitzende der CDU Deutschlands
2002 – 2005 Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag
seit November 2005 Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland

Quelle: https://www.bundeskanzlerin.de/Webs/BKin/DE/AngelaMerkel/Biografie/biografie_node.html

steht ziemlich geschönt gekürzt in Angela Dorothea Kasner nun Merkel´s Biografie, die einige wesentliche Dinge auslässt wie z.B. (Pfarrers)Tochter vom “roten Kasner“, Pionierleiterin, FDJ-Agitatorin, Studentenaustausch mit Moskau, BGL e.t.c. was für mich doch ziemlich viel Systemnähe zur DDR dokumentiert. Auch der Focus von 2013 hat sich etwas eingehender mit Angela Merkels Biografie beschäftigt. 
 
Mich beeindruckt vor allem diese nahtlose steil aufstrebende politische Karriere der Frau Merkel. Bis zum Untergang der DDR war sie zwar nie in der SED, aber FDJ-Führungsmitglied und mit einer nur systemnahen Menschen vorbehaltenen Beschäftigung bei der Akademie der Wissenschaften beglückt. Manfred Stolpe alias IM „Sekretär“  hielt schon zu DDR Zeiten seine schützenden Hände über Angela Merkel…

1989 trat Angela Merkel dem Demokratischen Aufbruch (DA – Vorsitzender W.Schnur alias IM „Torsten“ bzw. „Dr. Ralf Schirmer“) bei, Wolfgang Schnur stellte Angela Merkel als hauptamtliche Mitarbeiterin des DA per Februar 1990 ein.

Durch Fusion von Ost CDU und DA und hinterheriger Übernahme durch die West CDU  klappte dann die totale Wende: 1990 Eintritt in die Christlich Demokratische Union und Stellvertretende Regierungssprecherin der DDR-Regierung Lothar de Maizière (IM „Czerni“). 1991 ist Angela Merkel dann schon “Kohls Mädel” und wird Bundesministerin für Frauen und Jugend.

Irrer Aufstieg, vor allem wenn man die eigentlich in der Politik übliche “Ochsentour” und die mit der Stasi in Verbindung gebrachten Förderer Stolpe, Schnur und de Maizére bedenkt. 1994 wird Angela Merkel Umweltministerin, 1998 Generalsekretärin der CDU. Seit 2000 ist sie Parteivorsitzende der CDU, seit 2005 Bundeskanzlerin. Es müssen mächtige Förderer am Werk gewesen sein, fragt sich nur wer und wofür.

Es gibt einen Blog der sogar behauptet Angela Merkel wäre Helmut Kohls uneheliche Tochter, allerdings würde ich dieses Werk nicht ganz ernst nehmen. Ich würde mal vermuten die Amis oder die Russen waren am Werk oder war es die Stasi? Um bei der Meinungsbildung zu helfen würde ich das Buch “Fake statt Fakt” von Ute Schaeffer empfehlen, und dann die Argumente gegeneinander abwägen, um zu einer eigenen Meinung zu finden…

 

der Fall

Angela Merkel ist angeschlagen, vor allem ihre sture Haltung in der “Flüchtlingskrise” hat ihr sehr geschadet. Und es fehlt CDU/CSU an klaren Zukunftsvisionen die auch  Fragen wie: explodierende Mieten, Sorgen vor Altersarmut, Bildung, Pflegenotstand, Klimawandel und Wandel der Arbeitswelt, zufriedenstellend löst. CDU/CSU und SPD sind politisch nahezu nicht mehr unterscheidbar. Auch der SPD fehlen Zukunftsvisionen.

Folgendes Youtube Video bringt das ganze Dilemma gut auf den Punkt: https://www.youtube.com/watch?v=sMrrvTwdyiI und hier wird geschildert warum unsere öffentlich-rechtlichen so wunderbar gleichgeschaltet wirken. http://exil-presse.de/2016/02/01/zdf-redakteur-packt-aus-wir-duerfen-nur-senden-was-frau-merkel-erlaubt-7/.

Infolge des Schwesternstreites und der Tatsache, dass eigentlich außer Gezeter über Asyl in der alten neuen GroKo nicht mehr viel passiert, und Alltagsprobleme normaler Bürger immer noch nicht angepackt wurden, ist nun Merkels Ende nah.

 

die Jagd ist eröffnet

Inzwischen hätte die GroKo bei einer Bundestagswahl keine Mehrheit mehr. Bei einigen  Mainstream Medien scheint die Jagd eröffnet zu sein. Stefan Aust beginnt mittlerweile in einem kostenpflichtigten Beitrag bei Welt (Sommernachtsalbtraum) doch recht massiv mit Merkel abzurechnen. Schon allein deswegen würde ich vermuten, dass die derzeitige Kanzlerschaft vorzeitig endet. Selbst bei der ARD findet man kritische Beiträge mit Rücktrittsforderungen. Auch in den Reihen der CDU beginnt es zu schwelen. Die parteiinternen Kritiker beginnen einen Kurswechsel zu fordern. Auch Unternehmer, Schriftsteller und Moderatoren sind schon dabei an Merkels Stuhl zu sägen:

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, Sie wollen nach dem Mord von Susanna die Integration mehr ernst nehmen, sagten Sie…

Gepostet von Hamed Abdel-Samad am Montag, 11. Juni 2018

Angela Merkel schätzt Jogi Löw als ein Vorbild weit über den Sport hinaus. Mit seinem Rücktritt vom Amt des Bundestrainers könnte Löw jetzt mutig den ersten Schritt für einen Neuanfang in Deutschland machen.

Gepostet von Claus Strunz am Mittwoch, 27. Juni 2018

New York Times – Why Merkel must go bringt es eigentlich auf den Punkt: Angela Merkel´s Politik hat wesentlich zur Spaltung Europas und zum Brexit beigetragen. Merkel muss schnell weg. 

Auch Chemnitz wird den Druck erhöhen

Es hat in Chemnitz nicht nur keine „Hetzjagden“ gegeben: Sachverhalte wurden gezielt gefälscht, um vom Mord der Asylbewerber in Chemnitz abzulenken, ist die Meinung von Verfassungsschützer, Hans-Georg Maaßen. Dieser liegt damit klar auf der Linie von Michael Kretschmer und Horst Seehofer, während “Mutti” nun mit einer Unterschriftenaktion konfrontiert ist. „Frau Bundeskanzler, bitte belegen Sie ihre Behauptungen!“ ist die Forderung der Unterschriftenaktion.

wie weiter

Die Frage ist was kommt nach der Ära Merkel, oder besser wen könnte man sich als Bundeskanzler einer noch größeren Koalition vorstellen? Mein Favorit wäre Wolfgang Bosbach, aber das ist vermutlich illusorisch, dann würde mir noch Wolfgang Schäuble als Übergangslösung einfallen, schon bei Jens Spahn, Julia Klöckner oder Annegret Kramp-Karrenbauer, welche laut FAZ heiße Kandidaten wären, habe ich Zweifel. Ursula von der Leyen ist auch keine Option. Bei der CSU oder der SPD fällt mir glatt keiner ein der nicht schon beschädigt wäre. 

Die AfD ist in Regierungsverantwortung momentan, weil sie überwiegend nur die Themen Migration und nationale Identität bedient, nicht vorstellbar. Oder habt Ihr seitens der AfD schon klare Aussagen zu explodierenden Mieten, Altersarmut, Bildungspolitik, Pflegenotstand, Klimawandel und Veränderung der Arbeitswelt (und wie es finanziert wird) gehört? Nein. Björn Höckes “Konzept” von einer “Staatsbürgerrente” ist ja wohl ein (schlechter) Witz. Es lautet ungefähr: Deutsche Staatsbürger mit niedrigen Renten und mindestens 35 Beitragsjahren sollen einen Aufschlag erhalten – ausländische nicht. Höcke begründet das mit “Integrationshilfe”.

Einzig die Linke hat sich ansatzweise an derartigen Themen versucht, dafür ignoriert sie aber auch die Finanzierung eine komplette Streichung der Rüstungsausgaben dürfte unrealistisch sein. Allerdings hat die Linke ein  teilweise vernünftig klingendes Konzept zur Veränderung der Besteuerung. Nur einige Punkte wie 5% Vermögenssteuer auf Betriebsvermögen, höhere Besteuerung von Einkommen über 70.000€/Jahr klingen zwar erst mal gut, aber man sollte nicht vergessen, dass momentan schon mehr hochqualifizierte abwandern als einwandern. Auch eine Erhöhung der Körperschaftssteuer erscheint eher kontraproduktiv, weil so etwas zur Verringerung von Investitionen und einer Kapitalflucht aus Deutschland führen würde. Abschaffen der Gewerbesteuerumlage finde ich auch schlecht durchdacht.

Es wäre also an der Zeit in Deutschland eine neue Macht zu etablieren, welche nach der Prämisse Deutschland zuerst agiert und der Bevölkerung mal schonungslos ehrlich sagt, wie die Zukunft auch unter Berücksichtigung der Einkommensschwachen am besten gestaltet werden kann, zu wichtigen Themen Volksentscheide herbeiführt und “Wahlversprechen” auch umsetzt. Sahra Wagenknecht´s Aufstehen fischt leider nur im linken Tümpel, schade. Dabei wäre das Potential da.

Versteht mich bitte nicht falsch, ich habe nichts gegen ein Europa mit nationalen Regelungen und so viel gesamteuropäischer Regulierung wie nötig. Allerdings habe ich etwas gegen die Reaktionsträgheit, die Regulierungswut, das Wahlsystem und die politischen Strukturen Europas, welche es ermöglichen durch die “Hintertür” im Land nicht durchsetzbares dann doch durchzudrücken.

Auch könnte Europa in Kernfragen wie z.B. dem Migrationsproblem oder anderen gesamteuropäischen Aufgaben wie z.B. Vereinheitlichung der Besteuerung ein mehr an direkter Demokratie vertragen. Die angestrebte Reform des Dublin Systems erscheint mir jedenfalls nicht zielführend.

Auch das leidige Thema Rüstungsausgaben, wo Deutschland momentan musterhaft zeigt, wie man zugesagte Ausgaben vermeidet indem man Besenstiele auf Panzer montiert und Hubschrauber einfach an andere Hubschrauber hängt, damit sie wenigstens mal in der Luft waren, wird natürlich Europa wesentlich einiger und sicherer machen… 

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