INVALIDENTURM.EU https://invalidenturm.eu Fri, 14 Aug 2020 16:11:25 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.5.3 https://invalidenturm.eu/wp-content/uploads/2014/03/invalidenturm-1-100x100.gif INVALIDENTURM.EU https://invalidenturm.eu 32 32 In Bautzen hat´s geregnet https://invalidenturm.eu/2020/08/in-bautzen-hats-geregnet/ https://invalidenturm.eu/2020/08/in-bautzen-hats-geregnet/#respond Fri, 14 Aug 2020 16:11:00 +0000 https://invalidenturm.eu/?p=13770 Aktuell sind wir zu mehreren wetterbedingten Einsätzen im Stadtgebiet Bautzen unterwegs#imEinsatzfuerBautzen pic.twitter.com/Oo1n6llXC2 — Feuerwehr Bautzen (@fwbautzen) August 14, 2020 Aktuell sind wir noch im #Einsatz [...]

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Aktuell sind wir zu mehreren wetterbedingten Einsätzen im Stadtgebiet Bautzen unterwegs#imEinsatzfuerBautzen pic.twitter.com/Oo1n6llXC2

— Feuerwehr Bautzen (@fwbautzen) August 14, 2020

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#Covid19 – droht die 2. Welle? https://invalidenturm.eu/2020/08/covid19-droht-die-2-welle/ https://invalidenturm.eu/2020/08/covid19-droht-die-2-welle/#respond Fri, 14 Aug 2020 15:56:33 +0000 https://invalidenturm.eu/?p=13764 Ich meine nein. Der Mainstream und das RKI berichten zwar von einem Anstieg der Infektionen, mittlerweile sollen täglich mehr als 1.200 Neuinfizierte hinzukommen. Auch im [...]

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Ich meine nein. Der Mainstream und das RKI berichten zwar von einem Anstieg der Infektionen, mittlerweile sollen täglich mehr als 1.200 Neuinfizierte hinzukommen. Auch im Landkreis Görlitz geht es wieder aufwärts. Aber Fakt ist eben auch, dass die Anzahl der Tests zwischen Mitte Juni (326.000 pro Woche) und jetzt (573.000) nahezu verdoppelt wurde. Auch räumte der Gesundheitsminister Spahn ein, dass ca.1-2% der Tests falsch positiv verlaufen. Deshalb ist ein Vergleich der absoluten Fallzahlen irreführend. Ein Prozent sind nämlich schon mal rund 2.500 falsch positive mehr pro Woche als im Juni.

Richtig ist, dass einige Urlauber Corona erneut wieder ins Land gebracht haben und Vorsicht angebracht ist.  Allerdings sollten alle gut überlegen, ob eine Maskenpflicht im Unterricht wirklich sinnvoll ist. Die negativen Nebeneffekte überwiegen meiner Ansicht. Besser wäre stichprobenartig und häufig zu testen. Im übrigen habe ich vor den Sommerferien viele Kinder und Jugendliche nach dem Unterricht in Parks und anderen Treffpunkten dicht an dicht und ohne Maske gesehen. Was soll also die Maske in der Schule bringen?

Ein Schulleiter aus Rathenow sah das ähnlich und er verfasste folgenden Elternbrief:

Wie sich sicher alle denken können, wurde der aufmüpfige Brandenburger Schulleiter umgehend suspendiert.

Als bislang einziges Bundesland verordnete NRW seinen Schülern zum Schuljahresbeginn am vergangenen Mittwoch eine Maskenpflicht ab Klasse 5 selbst im Unterricht. Irre. Aber Armin Laschet sieht das anders: “Wir müssen gerade in diesen Tagen besonders vorsichtig sein. Die Zahlen mahnen uns, die Pandemie ist längst noch nicht vorbei.” Einige Eltern klagen, man darf gespannt sein, wie die Gerichte das ganze beurteilen. Ich halte das ganze für politischen Aktionismus ohne Sinn und Verstand.

Im übrigen ist laut Berufsgenossenschaft ein Masken tragen bei Masken ohne Auslassventil für maximal 75 Minuten zulässig, danach ist eine mindestens 30 Minütige Pause ohne Maske erforderlich. Aber bei der Berufsgenossenschaft ging es nicht um Kinder, die wohl zäher sind als Erwachsene, oder so. Übrigens, demnächst in eurem Garten:

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SPD – wir werden Kanzler… https://invalidenturm.eu/2020/08/spd-wir-werden-kanzler/ https://invalidenturm.eu/2020/08/spd-wir-werden-kanzler/#respond Mon, 10 Aug 2020 16:16:52 +0000 https://invalidenturm.eu/?p=13760 Jetzt ist es raus: Auf Vorschlag unserer Vorsitzenden @EskenSaskia und @NowaboFM haben mich Präsidium und Vorstand der @spdde gerade einstimmig als Kanzlerkandidaten nominiert. Ich freue [...]

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Jetzt ist es raus: Auf Vorschlag unserer Vorsitzenden @EskenSaskia und @NowaboFM haben mich Präsidium und Vorstand der @spdde gerade einstimmig als Kanzlerkandidaten nominiert. Ich freue mich auf einen tollen, fairen und erfolgreichen Wahlkampf in einem starken Team. #KK_SPD pic.twitter.com/3OFQepqQxj

— Olaf Scholz (@OlafScholz) August 10, 2020

 

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Auch Polizisten denken quer… https://invalidenturm.eu/2020/08/auch-polizisten-denken-quer/ https://invalidenturm.eu/2020/08/auch-polizisten-denken-quer/#respond Mon, 10 Aug 2020 14:45:54 +0000 https://invalidenturm.eu/?p=13751 Die Polizei Hannover steht wegen des Auftritts eines Beamten aus ihren Reihen auf einer Demonstration von Gegner der Coronamaßnahmen heftig in der Kritik. In seiner [...]

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Die Polizei Hannover steht wegen des Auftritts eines Beamten aus ihren Reihen auf einer Demonstration von Gegner der Coronamaßnahmen heftig in der Kritik. In seiner Rede am Sonntag in Dortmund sagte der Hauptkommissar, er sehe eine zweite Nazi-Zeit kommen und forderte seine Kollegen auf, Befehlen nicht blind zu folgen. Die Behörde hat den Polizisten inzwischen suspendiert.

Quelle: Hannoversche Allgemeine

AUGSBURG 8.8.2020

Das Polizeipräsidium Mittelfranken in Nürnberg reagierte bereits auf den Auftritt – der Beamte wurde intern versetzt. Nach Angaben von Polizeisprecher Michael Petzold habe die Polizei die Videoaufnahmen der Demo gesichtet und prüfe derzeit, ob ein dienstrechtliches Fehlverhalten vorliege. Ab sofort werde der Beamte nicht mehr als Führungskraft oder im Dienst mit Bürgerkontakt eingesetzt… Quelle: BR.de

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Ab sofort soll die sächsische Justiz geschlechtergerechte Sprache verwenden https://invalidenturm.eu/2020/08/ab-sofort-soll-die-saechsische-justiz-geschlechtergerechte-sprache-verwenden/ https://invalidenturm.eu/2020/08/ab-sofort-soll-die-saechsische-justiz-geschlechtergerechte-sprache-verwenden/#respond Thu, 06 Aug 2020 09:58:58 +0000 https://invalidenturm.eu/?p=13735 Sachsen führt ein geschlechtergerechtes Schriftdeutsch in der Rechtssprache ein, beschloss die grüne Justizministerin Katja Meier. Und die sächsische Staatsregierung jubelt ihr zu. Die Tragweite dieser [...]

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Sachsen führt ein geschlechtergerechtes Schriftdeutsch in der Rechtssprache ein, beschloss die grüne Justizministerin Katja Meier. Und die sächsische Staatsregierung jubelt ihr zu.

Die Tragweite dieser Neuerung ist nur wenigen bewusst. Nach uralter Sitte war es in Deutschland jedem erlaubt, zu reden wie ihm der Schnabel gewachsen war, und zu schreiben, wie es ihm gefiel. Einzige Bedingung: Es musste verständlich bzw. lesbar sein. Danach kehrte Ende des 19. Jahrhunderts durch Konrad Duden etwas mehr Ordnung ein. Es gab Regeln für die Rechtschreibung und danach noch einige weitere Reformen.

Die Rechtschreibreform von 1996 und die Nachbesserungen 2004 und 2006 machten deutlich, dass die Sprache keine logische, sondern eine historisch gewachsene Sache ist. Man kann die Reformen höchstens als teilweise gelungen bezeichnen. Jetzt kommt neuerdings das Gendern nach sprachfeministischen Vorschriften und nach Gutdünken des jeweiligen Verfassers hinzu. Die Sprache soll „geschlechtergerecht“ gemacht werden.

Wie darf ich mir das vorstellen? Läuft das jetzt nach den Regeln der Uni Leipzig ab, Frau Minister (pardon: Ministerin oder vielleicht doch Ministernde) Meier? Werden wir jetzt sprachlich alle weiblich? Wird das generische Femininum zum Standard? Dann wird es interessant. Die Ministerpräsidentin Michael Kretschmer weiß noch gar nicht, was auf sie zukommt. Aber vielleicht benennt sie sich ja in Michaela um. Es wird natürlich wieder eine Stange Geld kosten, und Gesetze und Verordnungen werden noch undurchschaubarer, vor allem für diejenigen, die ohnehin schon Schwierigkeiten mit der Sprache haben. Danke!

Schon das verstehende Lesen und Anwenden des sächsischen Wahlgesetzes zur letzten Landtagswahl war ja für den Landeswahlausschuss – trotz juristischer Begleitung – ein Problem. Man stelle sich das Werk nun auch noch in Genderdeutsch vor! Geile Nummer! Den Trend hat Horst Seehofer treffend beschrieben, als er vor ein oder zwei Jahren sinngemäß sagte „Wir versuchen Beschlüsse möglichst kompliziert zu formulieren, damit keiner dahinterkommt, was wir beschlossen haben, bis es beschlossen ist …“ oder so.

Jetzt im Ernst: Das Vorhaben der Justizministerin ist ein weiterer großer Schritt in die falsche Richtung. Nur 10% der deutschen Bevölkerung befürworten das Gendern und wenden es (teilweise) an. Je nach Befragung sind 60% bis 80% dagegen, 15% ist es egal. Aber für die Manipulation in eine bestimmte Richtung ist es ganz wichtig. Es ist eine feministische Agenda, die hier der Mehrheit der Sprecherinnen und Sprecher von einer akademischen Minderheit übergestülpt werden soll. Auf gut deutsch: Es ist undurchdachter Aktionismus mit ideologischem Beigeschmack.

Noch geiler für die Verhunzung der deutschen Sprache wäre natürlich eine Mischung aus Binnen-I, Gender_Gap, Idiotenstern* SchlussX und Leipziger Uni-Regeln. Damit könnte man regelrechte Glaubenskriege auslösen.

Anwaltende Anwält(e)_innen könnten sich dann noch besser in Auslegungsfragen zu Verstößen ihrer Mandant(en)Innen verstricken. Im Zweifel für (den/die) Angeklagt(e/n)Innen! (Die/Der) Richter*in wird es schon richten. Vermutlich erkennt man sächsische Jura studierende Student(en)*innen demnächst schon am irren Blick.

Ich hätte da einen anderen Vorschlag: Wir ersetzen einfach bei Worten mit Endung “in” diese gegen “ende”, streichen “der” und “die” aus der deutschen Sprache und verwenden immer “das”. Das wäre auch optimaler für die weiteren 66 Geschlechter.

Also: Das Richtende wird es schon richten, es sei denn das Anwaltende vertritt das Angeklagte richtig. Doof war, dass das Zeugende bezeugte, dass das Angeklagte das Täterende war. Es hatte das Hündende auf das Rasen koten lassen. Dadurch wurde das Katze das Nachbarende so sehr erschreckt, dass es das Autoscheibe zerkratzte.

Na, alles verstanden? Wer sich tiefer in die Materie einlesen möchte und stichhaltige Argumente gegen das Gendern sucht, wartet auf die sächsischen Gesetzestexte oder macht sich besser mal vorab bei Paul Pfeffer ein Bild.

P.S.: Ich danke Paul Pfeffer von Edition Pauer für seine redaktionelle Mitarbeit, dadurch kam es zu wichtigen Ergänzungen meines ursprünglichen Textes.

Was haltet ihr vom Gendern?
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Die Meister der maskenfreien Großdemos https://invalidenturm.eu/2020/08/die-meister-der-maskenfreien-grossdemos/ https://invalidenturm.eu/2020/08/die-meister-der-maskenfreien-grossdemos/#respond Wed, 05 Aug 2020 19:47:22 +0000 https://invalidenturm.eu/?p=13719 Wir kommen wieder! BERLIN invites Europe – Fest für Freiheit und Frieden Nachdem wir am 1.8. brutal von der Regierung aufgelöst worden sind, und TROTZDEM [...]

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Wir kommen wieder!

BERLIN invites Europe – Fest für Freiheit und Frieden

Nachdem wir am 1.8. brutal von der Regierung aufgelöst worden sind, und TROTZDEM NICHT GEGANGEN SIND, legen wir jetzt erneut nach: KOMMT ALLE AM 29.8.2020 nach BERLIN zum GRÖSSTEN DEMONSTRATIONSZUG ALLER ZEITEN IN DER GESCHICHTE DER BRD!

Lasst uns 3 Millionen werden! – Quelle https://politikstube.com

Lasst uns 3 Millionen werden

Am 8.8. in Stuttgart und Augsburg, am 9.8. in Dortmund + Duisburg + Miltenberg und am 29.8. in Berlin. Ich weiß nicht ob ich das gut finde. Zwei Seelen in meiner Brust. Natürlich ist es wichtig für Grundrechte, Freiheit und Frieden zu demonstrieren. Aber doch bitte nicht wie am 01.08.20 unter Missachtung aller Vorsichtsmaßnahmen. Dann ist nämlich irgendwann der nächste Shutdown vorprogrammiert. Ich gehe momentan nicht davon aus, dass der 1.8. die Infektionszahlen deutlich in die Höhe treibt, aber wenn jedes Wochenende Millionen sämtliche Vorsicht vergessen sind wir ganz schnell am Ende.

Man darf gespannt sein, ob sich die Meinung einiger Politiker durchsetzt, welche Großdemos generell verbieten wollen. Sollte sich diese Auffassung durchsetzen, dann braucht man nicht über Zuschauer bei der Bundesliga ab September nachdenken. Auch “Partyszenen” wären dann schnellstmöglich zu räumen. Arme Polizei, die ohnehin schon überfordert wird.

Zweierlei Maß

“Je mehr Corona herangezogen wird, um Feindbilder zu pflegen, je mehr Corona-Regelverstöße mit zweierlei Maß gemessen werden, umso mehr wird die Überzeugung wachsen, das der Kampf gegen Corona weniger Ziel als Instrument der Politik ist.”

Arnold Vaatz (CDU)

Wenn gegen Auflagen auf Demonstrationen oder Veranstaltungen verstoßen wird, dann müssen für alle Demonstrationen und Veranstaltungen zumindest im Landkreis gleiche Auflagen erteilt werden und es muss auch bei Regelverletzung identisch vorgegangen werden. Das ist momentan nicht der Fall.

Eine der Kernfragen ist, warum bei nahezu identischer Infektionslage die BLM-Demonstration gegen Rassismus in Berlin von der Polizei nicht abgebrochen und von Mainstream und Politik überwiegend gelobt wurde. Und das, obwohl die behördlichen Auflagen nicht eingehalten wurden.

Die Demonstration vom 1. August wird genau von den früheren BLM-Belobigern verurteilt und zumindest wurde von der Polizei versucht einen Abbruch durchzusetzen. Obwohl man eigentlich weiß, dass BLM folgenlos blieb. Zweierlei Maß. Erste Schreiben an Demoteilnehmer sind schon im Netz aufgetaucht.

Baskets kündigen Joshiko Saibou fristlos

Die Telekom Baskets Bonn haben ihrem Spieler Joshiko Saibou fristlos gekündigt. Wolfgang Wiedlich, Geschäftsführer der BonBas GmbH, begründete die Entscheidung mit „Verstößen gegen Vorgaben des laufenden Arbeitsvertrags als Profisportler“.

Joshiko Saibou hatte wiederholt auf Social-Media-Kanälen seine Haltung zur Pandemie oder zum Virus an sich geäußert und am vergangenen Wochenende bei einer Großdemonstration auch praktiziert, indem er vorsätzlich gegen die bekannten Schutzregeln verstieß… https://www.telekom-baskets-bonn.de

Ich kenne nichts vergleichbares nach den BLM-Demos. Dort war der Mainstream voll des Lobes wegen dem “wichtigen Zeichen gegen den Rassismus”.

Auch viele Politiker wie zum Beispiel Frau Esken (SPD) sangen Lobeshymnen. Rassismus in Deutschland ist übrigens kein sehr gravierendes Problem und im Grunde sind unsere “Gäste” von außerhalb der EU – schon religionsbedingt – viel größere Rassisten als wir.

Die nächste Kernfrage wird sein, ob am 29.08. in Berlin noch eine Großdemo möglich ist, oder ob Covid19 als Vorwand missbraucht wird, um missliebige Demos klein zu halten. Genau das befürchte ich. Ein Missbrauch von Covid19 für politische Zwecke ist der beste Weg dieses Land ins Chaos zu stürzen. Politik und Medien haben schon viel Vertrauen verspielt – Grüße aus Augsburg:

AUGSBURG 8.8.2020

Tja, das nennt man wohl berichten was ist: “Corona-Leugner, Rechtsextremisten, Impfgegner, Verschwörungsideologen, Anhänger von NPD und AFD” waren die Demoteilnehmer und dann noch kontextfrei zusammengeschnipseltes Videomaterial… – ja “Lügenpresse” ist verdient. 

Was, wenn Covid im Herbst mit Vehemenz wiederkehrt? Es ist ja nicht unwahrscheinlich, dass sommerliche Bedingungen dem Virus stark zusetzen und nur durch die Sonneneinstrahlung und häufigen Aufenthalt im Freien die Gefahr gemindert ist.

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Richtig gendern? Nein! Gendern richtig kritisieren! (Lektion 5+6) https://invalidenturm.eu/2020/08/richtig-gendern-nein-gendern-richtig-kritisieren-lektion-56/ https://invalidenturm.eu/2020/08/richtig-gendern-nein-gendern-richtig-kritisieren-lektion-56/#respond Wed, 05 Aug 2020 14:39:16 +0000 https://invalidenturm.eu/?p=13707 Eine Argumentationshilfe für Menschen, die nicht gendern wollen, weil sie die Sprache lieben, in sechs Lektionen von Paul Pfeffer 5. Lektion: Gendern ist ein akademisches Gewächs, es [...]

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Eine Argumentationshilfe für Menschen, die nicht gendern wollen, weil sie die Sprache lieben, in sechs Lektionen

von Paul Pfeffer


5. Lektion: Gendern ist ein akademisches Gewächs, es hat mit der Alltagssprache der meisten Menschen nichts zu tun – Gendern spaltet die Sprachgemeinschaft

Das Gendern der Sprache ist im akademischen Umfeld entstanden und lange Zeit auch dort geblieben. Erst in letzter Zeit wird es durch den Aktivismus von Genderprofessorinnen sowie Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten und deren Nachahmerinnen in Verwaltungen, Medien, Parteien verbreitet. Wer gendert, kann sich als Speerspitze des Feminismus und gesellschaftliche Avantgarde fühlen, ohne viel dafür einzusetzen. Mehr noch: Das Gendern ist in einigen Bereichen ein soziales Distinktionsmerkmal geworden. Man grenzt sich dadurch von anderen, weniger „fortschrittlichen“ Sprecherinnen und Sprechern ab und fühlt sich als Sprachvorbild.

Dabei werden sprachwissenschaftliche Gegenargumente ignoriert.

Repräsentative Umfragen zeigen, dass das Gendern von einer kleinen, aber einflussreichen Minderheit propagiert und angewendet wird. Sprecherinnen und Sprecher ohne akademische Vorbildung lehnen es intuitiv ab. Sie haben das Gefühl, dass es nicht zu ihrer Art zu sprechen passt. Die Ablehnung liegt je nach Befragung und Fragestellung zwischen 60% und 80%, etwa 12% ist es egal, und 10% wenden es an (siehe auch 2. Lektion). Die Frage ist deshalb erlaubt, woher die Befürworter des Genderns die Legitimation nehmen, Vorschriften, Regeln, Empfehlungen herauszugeben und die Verweigerung innerhalb ihres Einflussbereiches mit Sanktionen zu belegen.

Dialektsprecherinnen und Dialektsprechern käme es niemals in den Sinn, im Dialekt zu gendern.

Wegen der mangelnden Praktikabilität (Sprachökonomie!) müssen Ausnahmen geschaffen werden, zum Beispiel für den juristischen Bereich, was unterschiedliche Sprachwelten schafft und die Verwirrung vergrößert.

Im schlimmsten Fall spaltet das Gendern die Sprachgemeinschaft in solche, die gendern, und solche, die es ablehnen. Es schafft auf diese Weise überflüssigerweise soziale Gräben.

– Gendern in der Literatur

Sollen literarische Texte (Gedichte, Erzählungen, Romane) gegendert werden? Sollen bereits geschriebene Texte nachträglich gegendert werden? Fast alle Dichter und Schriftsteller lehnen das ab und halten das Gendern ihrer Texte für eine Zumutung.

Besonders problematisch ist das nachträgliche Verändern von literarischen Texten nach den neuen Regeln der politischen Korrektheit, das von den meisten Sprachfeministinnen gefordert wird. Das bekannteste Beispiel ist die Verwandlung von Astrid Lindgrens „Negerkönig“ in einen „Südseekönig“. Schade, dass wir die Autorin nicht mehr zu dieser “Verbesserung” ihres Textes befragen können.

– Gendern schafft für die deutsche Sprache einen Sonderstatus

Die einzige Sprache, in der versucht wird, systematisch zu gendern, ist zurzeit das Deutsche. Andere Sprachen haben nur zwei Genera (z. B. Französisch, Italienisch) Wer angesprochen ist, wird dort durch entsprechende sprachliche Marker (im Englischen he/she bzw. girlfriend/boyfriend) und den Kontext ausgedrückt. Etwa 55% der Sprachen haben gar keinen Genus, sind also 100% „geschlechtergerecht“. Große Vertreter sind hier Chinesisch, Persisch (Iran, Afghanistan), Türkisch, die meisten kurdischen Sprachen, Japanisch und weitere. Keines dieser Länder ist als ein Land bekannt, in dem die Gleichstellung der Geschlechter besondere Erfolge erzielt hat. Vielmehr wird gerade in diesen Ländern die traditionelle Rolle der Geschlechter sehr betont.

Französische, italienische, englische, türkische Frauen haben in der Regel kein Problem mit ihren Sprachen. Sie würden sich vehement wehren, wenn ihre Sprache derart verschandelt würde.

Aus französischer, italienischer, englischer, türkischer Sicht wirkt das deutsche Gendern merkwürdig, verschroben, übertrieben, „typisch deutsch“.

– Gendern kostet Geld, weil Formulare, Aufschriften, Schriftstücke aller Art (z. B. in Behörden) neu hergestellt werden müssen

Das ist zwar kein sprachwissenschaftliches Argument, aber trotzdem wichtig, weil die Kosten für Gender-Anleitungen sowie neue Formulare in Behörden und Institutionen von den Steuerzahlern aufgebracht werden müssen. Es sind bereits große Summen dafür ausgegeben worden (jüngstes Beispiel: Stadtverwaltung Hannover), von den indirekten Kosten für Gleichstellungsbeauftragte und Gender-Professuren ganz zu schweigen.

6. Lektion: Kritisches Fazit aus sprachwissenschaftlicher Sicht

Das Gendern der Sprache ist bereits im theoretischen Ansatz problematisch, weil der Impuls von der Gender-Theorie ausgeht, nicht vom tatsächlichen Sprachgebrauch. Sprache verändert sich aber durch den Sprachgebrauch und nicht am sprachfeministischen Reißbrett. Sie verändert sich von unten nach oben, nicht umgekehrt, es sei denn, man betreibt bewusst Sprachpolitik in politischer/manipulativer Absicht.

In der praktischen Wirkung ist das Gendern der Sprache kontraproduktiv. Mehr Geschlechtergerechtigkeit wird nicht durch Sprachvorschriften erreicht, sondern durch politische und gesellschaftliche Veränderungen, wie sie in den letzten vierzig Jahren verstärkt stattgefunden haben. Dieser Prozess wird weitergehen, und die Sprache wird ihn angemessen abbilden. Das kann vielleicht etwas länger dauern, als bestimmte Aktivisten es sich wünschen. Eine feministische Sprachpolitik braucht es dazu nicht. Es ist – nebenbei bemerkt – schon irritierend, wenn ausgerechnet Menschen, die sich selbst für sensibel und achtsam halten, keine Skrupel haben, die Sprache zu misshandeln.

Oft wird argumentiert, es würden ja lediglich Vorschläge gemacht. Jeder könne es mit dem Gendern halten, wie er wolle. Das verkennt aber die Realität. Abgesehen davon, dass man nicht mehr von „Vorschlägen” sprechen kann, wenn ins Sprachsystem eingegriffen wird, ist das Gendern inzwischen durch feministische Sprachwissenschaftlerinnen sowie Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte an Universitäten, Verwaltungen, Parteien und anderen Institutionen zum Standard erhoben worden. Obwohl die Verfechter des Genderns eine kleine Minderheit sind, haben sie großen Einfluss. Ihr Hebel ist eine bestimmte Moral.

Wer sich der neuen Sprachpolitik verweigert, gilt als rechts, frauenfeindlich, reaktionär, gestrig. Sachargumente aus der Sprachwissenschaft haben keine Chance, denn nicht die Sache – die Sprache – ist wichtig, sondern die „richtige“ Gesinnung.

Letztlich geht es um Deutungshoheit und Macht. Der Mehrheit soll eine Sprachregelung verordnet werden, um das Bewusstsein in Richtung der Gender-Theorie zu verändern. Man kann das auch Manipulation und Bevormundung nennen. Geschlechtergerechtigkeit wird dadurch nicht befördert, eher im Gegenteil. Das Gendern der Sprache durch eine Minderheit aus dem akademischen Umfeld erweist der Sache der (Frauen)-Emanzipation einen Bärendienst, weil die Veränderungen im Kern sprachfremd sind und weil die große Mehrheit (laut Umfragen ca. 60-80%) der Sprecherinnen und Sprecher Eingriffe „von oben“ in das Sprachsystem ablehnt.

Die Frage, ob das Gendern zu mehr Geschlechtergerechtigkeit führt, kann also mit einem klaren Nein beantwortet werden.

Die Ablehnung des Genderns durch eine klare Mehrheit der Sprecherinnen und Sprecher ist oft intuitiv, weil die meisten Menschen wenig Einblick in das Sprachsystem haben, aber merken, dass da etwas in die falsche Richtung läuft. Die Zustimmung auf der anderen Seite ist oft blind, weil sie aus einer Mischung aus Unkenntnis über die Funktionsweise der Sprache, schlechtem Gewissen und falscher Solidarität mit feministischen Aktivistinnen erfolgt.

Es ist zu hoffen, dass das Gendern Episode bleibt, weil es von der Mehrheit der Sprecherinnen und Sprecher nicht angewendet wird. Die deutsche Sprache wird es hoffentlich abschütteln, wie sie schon so manche Eingriffe von verschiedenster Seite abgeschüttelt hat.

Zusammengefasst:

– Die aktuell geltenden Formen der deutschen Sprache reichen aus, um hinreichend zu differenzieren und auch die Frauen „sichtbar zu machen“. Respekt und Wertschätzung hängen nicht von der Sprache als System ab, sondern von den Einstellungen der Sprecher. Gendern legt ein unangemessen großes Gewicht auf den Sexus, und zwar auch dort, wo er keine Rolle spielt.

– Die Sprache entwickelt sich weiter über den Sprachgebrauch, nicht durch Sprachregelungen von oben. Sie wird sich über den Sprachgebrauch in Richtung auf mehr Geschlechtergerechtigkeit wandeln, wenn in der gesellschaftlichen Realität mehr Gerechtigkeit erreicht ist.

– „Feministische Sprachwissenschaft“ ist vergleichbar mit „katholischer Mathematik“. Sie ist in Gefahr, Denkverbote zu errichten und das herauszufinden, was sie vorher an Prämissen hineingesteckt hat. Insofern handelt es sich nicht um ergebnisoffene Wissenschaft, sondern um politischen Aktivismus und letztlich um Ideologie. Undurchdachte und ideologisch motiverte Eingriffe von dieser Seite in das gewachsene Sprachsystem sind nicht nur überflüssig, sondern verursachen grammatisches Durcheinander. Sie schaffen viele neue Zweifelsfälle und sprachliche Unklarheiten, manchmal sogar sprachlichen Unsinn.


Hier gibt es das Gesamtwerk als PDF

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Über Paul Pfeffer

Ich bin Autor, Verleger (Edition Pauer), Germanist und Sprachwissenschaftler. Aus sprachwissenschaftlicher Sicht ist das Gendern sehr problematisch, weil es grundlegende Strukturen des Sprachsystems ignoriert. Die Diskussion wird meines Erachtens zu emotional und zu oberflächlich geführt. Es geht allzu oft nicht mehr um die Sache – die Sprache – sondern um die richtige Gesinnung. Ich versuche durch meinen kritischen Beitrag eine Versachlichung des Diskurses zu erreichen. 

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Richtig gendern? Nein! Gendern richtig kritisieren! (Lektion 4) https://invalidenturm.eu/2020/08/richtig-gendern-nein-gendern-richtig-kritisieren-lektion-4/ https://invalidenturm.eu/2020/08/richtig-gendern-nein-gendern-richtig-kritisieren-lektion-4/#respond Wed, 05 Aug 2020 14:27:27 +0000 https://invalidenturm.eu/?p=13703 Eine Argumentationshilfe für Menschen, die nicht gendern wollen, weil sie die Sprache lieben, in sechs Lektionen von Paul Pfeffer 4. Lektion: Gendern ist grammatisch und logisch [...]

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Eine Argumentationshilfe für Menschen, die nicht gendern wollen, weil sie die Sprache lieben, in sechs Lektionen

von Paul Pfeffer


4. Lektion: Gendern ist grammatisch und logisch zum Teil widersinnig

Am Studentenhaus der Frankurter Universität ist die alte Aufschrift durch eine neue ersetzt worden. Das Studentenhaus heißt jetzt offiziell „Studierendenhaus“, weil sich nach Meinung der Sprachfeministinnen im Begriff „Studenten“ angeblich nicht alle Geschlechter wiederfinden können. Das „Studentenwerk“ heißt neuerdings „Studierendenwerk“.

Die Umbenennung wirft jedoch nicht nur politische, sondern auch grammatische Fragen auf. „Student“ bezeichnet einen Status, „studierend“ eine Tätigkeit. Ist die substantivierte Partizip-Form „Studierende“ bedeutungsgleich mit dem Nomen „Studenten“? Bedeutet „Studierendenbewegung“ dasselbe wie „Studentenbewegung“?

Was ist mit

Studentenkneipe > Studierendenkneipe?

Studentenfutter > Studierendenfutter?

Studentenwohnheim > Studierendenwohnheim?

In der Wohnung lagen zwei tote Studierende?

Soll die Oper ‘Der Bettelstudent’ zu ‚Der Bettelstudierende‘ werden?

Was wird aus einem Adjektiv wie “studentisch”? Fällt das weg oder wird es zu “studierendisch”?

Wie sieht es mit der Verallgemeinerbarkeit dieser Neuregelung aus? (Endung -enten)

Dozenten > Dozierende? Patienten > Patierende?

Dissidenten > Dissidierende? Dezernenten > Dezernierende?

Abonnenten > Abonnierende? Konsumenten > Konsumierende?

Bei „Absolventen“ wird das Problem besonders deutlich. Das haben auch die Genderisten gemerkt und in ihren Gender-Ratgebern nicht etwa „Absolvierende“ vorgeschlagen was offensichtlicher Unsinn gewesen wäre, sondern „einen Abschluss innehabende Person/en“.

Man stelle sich folgenden Bericht aus einer Studenten-Zeitung vor:

„Volker Reimann, Jurastudent und Studentenvertreter des Fachbereichs Jura, beglückwünschte im großen Saal des Studentenhauses die frischgebackenen Absolventen des Jahrgangs 2020 im Namen der Absolventen des Jahrgangs 2019. Neben zahlreichen Jurastudenten waren auch Studenten anderer Fachbereiche anwesend, ebenso die Dekanin Frau Prof. Dr. Ziegenhals sowie ihr Stellvertreter Herr Prof. Dr. Schwall.“

Die Universität Leipzig hat vor einiger Zeit das generische Femininum eingeführt mit der Begründung, dass mehr Studentinnen als Studenten eingeschrieben sind. (Würde man nach diesem Prinzip verfahren, dann würde man z. B. im Pflegebereich das generische Femininum verwenden, bei der Müllabfuhr aber das generische Maskulinum. Schöne neue Gender-Welt?)

Auf Leipziger Art gegendert, sähe der Text folgendermaßen aus:

„Volker Reimann, Jurastudierende und Studierendenvertreterin des Fachbereichs Jura, beglückwünschte im großen Saal des Studierendenhauses die frischgebackenen einen Abschluss innehabenden Personen des Jahrgangs 2020 im Namen der einen Abschluss innehabenden Personen des Jahrgangs 2019. Neben zahlreichen Jurastudierenden waren auch Studierende anderer Fachbereiche anwesend, ebenso die Dekanin, Frau Professorin Doktorin Ziegenhals sowie ihre Stellvertreterin Herr Professorin Doktorin Schwall.“

Auch hier werden Sprachökonomie und Sprachästhetik, teilweise sogar die Logik einer feministischen Agenda untergeordnet. Und ich frage noch einmal:

Worin besteht hier der Gewinn für mehr Geschlechtergerechtigkeit?

Auch an den Tätigkeitsbezeichnungen haben sich die Sprachfeministinnen zu schaffen gemacht:

Das alte Wort „Lehrling“ ist schon lange durch „Auszubildender“ oder „Azubi“ ersetzt worden, weil alle Nomen mit der Endung -ling im generischen Maskulinum stehen und weil diese Endung nach Ansicht der Sprachveränderer eine Abwertung (?) ausdrückt. (Man kann sich darüber streiten, ob „Auszubildender“ ein Gewinn für die deutsche Sprache ist.)

Auch hier gibt es Probleme bei der Übertragung auf andere Wörter mit -ling:

Säugling > zu Säugende/r, Saugende/r?

Liebling > zu Liebende/r ?

Feigling ? Es gibt Feiglinge. Gibt es Feigling*innen?

Erstling ? Eindringling ? Lüstling ? Häuptling ?

Günstling ? Neuling ? Schädling ? Emporkömmling ?

Alle Tätigkeits- und Berufsbezeichnungen mit der Endung -er stehen im generischen Maskulinum. Konsequentes Gendern mit Hilfe der Partizipformen führt zu seltsamen Gebilden, die nur mit Gender-Brille und unter Ausschaltung des Sprachgefühls akzeptabel sind. Der Einwand, man „gewöhne sich daran“ und der „Zugewinn an Geschlechtergerechtigkeit“ rechtfertige den Mehraufwand, zieht nicht. Es handelt sich um Eingriffe ins Sprachsysstem, die bei konsequenter Anwendung zu Ergebnissen führen, die der Sprachästhetik und der Sprachökonomie und teilweise auch der Logik zuwiderlaufen:

Fahrer > Fahrende? > Die LKW-Fahrenden machen Pause.

Fahrradfahrer > Fahrradfahrende > Zwei Fahrradfahrende kamen zur Tür herein.

Metzger > Metzgende?

Fleischer > Fleischende? Fleischverarbeitende?

Bäcker > Backende

Raucher > Rauchende? Raucherbein Rauchendenbein?

Christen > Christ*innen? > Christentum oder Christ*innentum?

Redner > Redende? Redner*innen?

Bürger > Bürgende? Bürger*innen?

Meister > Meisternde? Meister*innen?

Sie übt den Beruf des Feinmechanikers (der Feinmechanikerin?) aus.

Auch Frauen können Helden (Heldinnen?) sein

Die im Deutschen gebräuchlichen Wortzusammensetzungen werden zum Problem: Werden dann aus den Bürgermeistern Bügermeister*innen oder gar Bürger*innenmeister*innen? Aus Bürgermeisterwahlen Bürgermeister*innenwahlen? Oder aus dem Einwohnermeldeamt ein Einwohner*innenmeldeamt? Werden Schülerdemonstrationen zu Schüler*innendemonstrationen oder bloß zu Schülerinnen- und Schülerdemonstrationen? Wird aus dem Führerschein ein Führendenschein?

Ständig müssen Ausnahmen geschaffen werden, um Absurditäten zu vermeiden. Das führt zu Unsicherheit und Verwirrung.

Auch Redewendungen sind schwer zu gendern:

Jeder ist seines Glückes Schmied > Jede/jeder ist ihres/seines Glückes Schmied*in?

Übung macht den Meister > Übung macht den/die Meister*in?

Frauen sind die besseren Autofahrer > Frauen sind die besseren Autofahrer*innen?

Die Polizei – dein Freund und Helfer > Die Polizei – dein*e Freund*in und Helfer*in?

Getroffener Hund bellt > Getroffene Hündin bellt?

Bei all diesen Beispielen zeigt sich, dass die Aktivistinnen an der Sprache herumbasteln, ohne hinreichende Einsicht in das Sprachsystem zu haben. Ihre feministische Agenda macht sie blind gegenüber den sprachlichen Strukturen und Funktionsweisen. Sie führen punktuell neue „genderneutrale“ oder „weibliche“ Formen ein und denken über Verallgemeinerbarkeit nicht nach. Sie glauben, durch oberflächliche und undurchdachte Sprachpolitik das Denken der Menschen beeinflussen zu können, und richten dabei ein sprachliches Durcheinander an. Bei Licht betrachtet, stellt sich das Gendern als undurchdachter Aktivismus heraus.


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Eine Argumentationshilfe für Menschen, die nicht gendern wollen, weil sie die Sprache lieben, in sechs Lektionen

von Paul Pfeffer


3. Lektion: Gendern macht die deutsche Sprache hässlich und kompliziert

Ich weiß, dass es im Augenblick drängendere Themen gibt als das Gendern von Sprache. Ich beschäftige mich trotzdem weiter damit, weil ich glaube, dass uns dieses Thema noch länger beschäftigen wird und beschäftigen muss.

Ein Angestellter des Baseler Gesundheitsdepartements protokolliert die Sitzung eines Ausschusses und liefert folgenden Text ab (Auszug):

„Bereits die mildeste und häufigste Form des Trennung einer ‚Rolle des Verantwortungstragens‘ (Arzt) von einer ‚Rolle des sich-Anvertrauens und sich-Unterordnens‘ (Patient) reduziert die Eigenverantwortlichkeit, mit der der Patient Entscheidungen in Bezug auf seine Gesundheit trifft. Damit werden der ‚beratende Arzt‘ zum entscheidenden Arzt. In bestimmten Situationen hat der Patient und der Arzt natürlich keine andere Wahl (zum Beispiel bei einer Notfallbehandlung eines Bewusstlosen). Doch bereits die Entscheidung, ob ein vom Arzt empfohlener Wahleingriff durchgeführt werden soll, will der mündige Patient in Eigenverantwortlichkeit selbst treffen. Demgegenüber nimmt der unmündige Patient seine Eigenverantwortlichkeit nicht wahr, ohne dass er durch zwingende Gründe daran gehindert würde.“

Das ist ein recht sperriger Text, wie er in Verwaltungen und Behörden jedoch an der Tagesordnung ist, er ist aber noch einigermaßen verständlich. Der Protokollant hat selbstverständlich die generischen Formen benutzt:

der Arzt, die Ärzte, Ärzte

= Menschen, die den Arztberuf ausüben, Sexus spielt keine Rolle

der Patient, die Patienten, Patienten

= Menschen, die in ärztlicher Behandlung sind, Sexus spielt keine Rolle

der Bewusstlose, eines Bewusstlosen

= Mensch, der das Bewusstsein verloren hat, Sexus spielt keine Rolle

Nach kurzer Zeit bekommt er den Text zurück mit der Anweisung: „In dieser Behörde wenden wir laut Beschluss vom Soundsovielten die gendergerechte Sprache an. Bitte benutzen Sie die aktuellen Gender-Anweisungen!“

Der Angestellte grummelt vor sich hin, aber er setzt sich an seinen Schreibtisch, und nach geraumer Zeit entsteht folgender Text:

„Bereits die mildeste und häufigste Form der Trennung einer ‘Rolle des Verantwortungstragens’ (Arzt/Ärztin) von einer ‘Rolle des sich-Anvertrauens und sich-Unterordnens’ (Patient/in) reduziert die Eigenverantwortlichkeit, mit der der/die Patient/in Entscheidungen in Bezug auf seine/ihre Gesundheit trifft. Damit wird der/die ‘beratende Arzt/Ärztin’ zum/zur ‘entscheidenden Arzt/Ärztin’. In bestimmten Situationen haben der/die Patient/in und der/die Arzt/Ärztin natürlich keine andere Wahl (zum Beispiel bei einer Notfallbehandlung eines/einer Bewusstlosen). Doch bereits die Entscheidung, ob ein vom/von der Arzt/Ärztin empfohlener Wahleingriff durchgeführt werden soll, will der/die mündige Patient/in in Eigenverantwortlichkeit selbst treffen. Demgegenüber nimmt der/die unmündige Patient/in seine/ihre Eigenverantwortlichkeit nicht wahr, ohne dass er/sie durch zwingende Gründe daran gehindert würde.“

Bei diesem zweiten Text handelt es sich um das Original des Protokolls!

Ich habe bewusst ein Textbeispiel aus einer Behörde ausgewählt, weil dort (und nicht nur in Basel!) die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten die Deutungshoheit über die Sprache und das Sprechen übernommen haben. Dasselbe gilt für Universitäten, Kirchen, Gewerkschaften und manche Parteien (wobei auch bei den Grünen etwa 60% das Gendern ablehnen!). Die sprachfeministische Lobby hat es geschafft, die Kritiker und Verweigerer des Genderns in diesen Institutionen in den moralischen Schwitzkasten zu nehmen und mit Sanktionen zu drohen. Hätte der Angestellte das Gendern verweigert, wäre er mindestens abgemahnt worden. Er wäre von Kolleginnen geschnitten worden, und wahrscheinlich hätte man ihm Etiketten wie „frauenfeindlich“, „reaktionär“, „gestrig“ aufgeklebt, vielleicht sogar „rechts“. Das ist alles nicht strafbar, aber es vergiftet die Atmosphäre und den Diskurs.

Als Kritiker des Genderns habe ich folgende Fragen dazu:

– Liest sich dieser Text noch flüssig? Animiert er zum Lesen? (Machen Sie einen Versuch!)

– Können Menschen, die mit der Sprache Schwierigkeiten haben, diesen Text einigermaßen lesen und verstehen? (Machen Sie einen Versuch und lassen Sie einen bildungsfernen Menschen den Text lesen!)

– Ist ein solcher Text für Menschen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist oder die gerade Deutsch lernen, ansprechend? (Machen Sie den Versuch und legen Sie den Text einem Menschen vor, der gerade Deutsch lernt!)

– Worin besteht hier der Gewinn für mehr Geschlechtergerechtigkeit? (Machen Sie einen Versuch und fragen Sie Menschen auf der Straße!)

Nun ist die Baseler Gender-Variante nicht die einzige, die im Umlauf ist, sie ist auch schon etwas älter. Je nachdem, welche Feminismus-Fraktion man befragt, gibt es zurzeit andere Formen des Genderns (Gender_Gap, Binnen-I, /innen, x, a usw.). Die aktuellste und „gendergerechteste“ würde wahrscheinlich so aussehen:

„Bereits die mildeste und häufigste Form des Trennung einer ‚Rolle des Verantwortungstragens‘ (Ärzt*in) von einer ‚Rolle des sich-Anvertrauens und sich-Unterordnens‘ (Patient*in) reduziert die Eigenverantwortlichkeit, mit der die Patient*innen Entscheidungen in Bezug auf ihr*e Gesundheit treffen. Damit werden die ‚beratende Ärzt*in‘ zur entscheidenden Ärtz*in. In bestimmten Situationen hat die Patient*in und die Ärzt*in natürlich keine andere Wahl (zum Beispiel bei einer Notfallbehandlung eine*r Bewusstlos*en). Doch bereits die Entscheidung, ob ein von der Ärzt*in empfohlender Wahleingriff durchgeführt werden soll, will die mündige Patient*in in Eigenverantwortlichkeit selbst treffen. Demgegenüber nimmt die unmündige Patient*in ihr*e Eigenverantwortlichkeit nicht wahr, ohne dass sie durch zwingende Gründe daran gehindert würde.“

Ich habe diese Variante erfunden. Ich bitte alle Genderistinnen, mich zu beraten, wie denn die richtige (oder eine richtigere) Form auszusehen hätte. Außerdem bitte ich um eine Sprachnachricht, damit ich hören kann, wie denn das Ganze klingt, wenn es vorgelesen wird.

Mein Fazit: Gendern macht die deutsche Sprache nicht „gerechter“, sondern hässlicher und komplizierter. Sprachökonomie und Sprachästhetik werden der feministischen Agenda untergeordnet. Wenn ich das in Diskussionen äußere, bekomme ich zur Antwort: „Du wirst dich daran gewöhnen müssen.“ Meine Antwort: „Nein, ich werde mich nicht daran gewöhnen. Und schon gar nicht müssen.“

Als ich mit meiner italienischen Freundin Carla, die gerade Deutsch lernt, über das deutsche Gendern sprach, lachte sie laut und sagte: „Siete pazzi, voi tedeschi!“ (Ihr seid bescheuert, ihr Deutschen!) Und dann fügte sie noch hinzu: „Che merda!“ (Keine Übersetzung nötig). Carla würde jedem die Augen auskratzen, der es wagen würde, ihr geliebtes Italienisch so zu behandeln.

Hat Carla recht? Sind wir Deutsche bescheuert? Ja und nein. Nicht DIE Deutschen sind dafür verantwortlich, sondern eine kleine Minderheit aus dem akademischen Umfeld, die der Mehrheit eine feministische Agenda überstülpen will und dabei moralischen und politischen Druck ausübt. Einige willige Helferinnen und Helfer unterstützen sie eifrig, weil sie alle zusammen wenig Ahnung von Sprache, aber dafür umso mehr von „richtiger“ Gesinnung haben. Einige, vor allem Politiker, machen auch aus Opportunismus mit, weil sie es sich mit der Frauenlobby nicht verderben wollen.

Ich wünsche mir, dass in Zukunft vor allem Frauen den Mut haben, sich dem Gendern zu verweigern oder (noch besser) die Genderisten dazu auffordern, in einen Diskurs einzutreten und sich einer fundierten Kritik zu stellen. Ich stelle mich gerne als Diskutant zur Verfügung.


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Eine Argumentationshilfe für Menschen, die nicht gendern wollen, weil sie die Sprache lieben, in sechs Lektionen

von Paul Pfeffer


2. Lektion: Sprechen und Denken – ein komplexer Zusammenhang

Das Verhältnis von Sprache und Bewusstsein oder Sprechen und Denken ist eins der schwierigsten Kapitel der Sprachphilosophie und der Psycholinguistik. Eine Untersuchung und vorläufige Beantwortung der Frage, wie Sprechen und Denken zusammenhängen, ist aber wesentlich sowohl für das Gendern wie auch die Kritik daran. Das Problem ist, dass sich die relevanten Vorgänge im Gehirn abspielen und dass sie dort behandelt werden als black-box-Phänomene, wie das die Hirnforschung generell tun muss, auch wenn sie inzwischen raffinierte bildgebende Verfahren entwickelt hat.

Meine Kritik an den Sprachfeministinnen ist, dass sie den Zusammenhang zwischen Sprache/Sprechen und Bewusstsein/Denken unzulässig vereinfachen und damit die wahren Faktoren des Sprachwandels verkennen.

 

Der Zusammenhang zwischen Sprechen und Denken ist bei genauerer Betrachtung wesentlich komplexer, als es die Sprachfeministinnen suggerieren. Die Beeinflussung ist mindestens eine wechselseitige. Die Sprache beeinflusst das Denken, das Denken und noch mehr die gesellschaftlichen Realitäten sowie die kommunikativen Erfordernisse beeinflussen die Sprache. Unsere Sprache bildet die Welt ab, wie wir sie wahrnehmen. Sie ist unser Modell der Welt. Sie ruft Gefühle und Bilder hervor, sie lenkt unsere Assoziationen. Die sprachliche Verpackung eines Sachverhaltes („framing“) spielt für die Akzeptanz einer Sache eine große Rolle. “Framing” ist z. B. in der Werbung und in der Politik ein zentrales Mittel zur Verfolgung von Interessen.

Ich bestreite nicht, dass es mannigfache Versuche gegeben hat und gibt, Menschen durch Sprachvorschriften und Sprechverbote zu lenken und zu manipulieren. Diese Versuche beschränken sich aber auf totalitäre Systeme, die glaub(t)en, sie könnten die Menschen kontrollieren, wenn sie die Sprache kontrollieren. Das kann auch funktionieren, jedenfalls solange die totalitären Systeme genug Druck aufbauen. Nach dem Ende dieser Systeme kehren die Menschen in der Regel aber wieder zu ihrer “normalen” Sprache zurück.

Das Gendern ist in meinen Augen ein Versuch, ein bestimmtes Denken durch die Veränderung der Sprache zu erreichen. Ich will es zwar nicht mit der Praxis totalitärer Systeme vergleichen, dazu ist es zu harmlos, aber es benutzt moralischen und politischen Druck zur Durchsetzung seiner Ziele. Oft wird argumentiert, es würden ja lediglich Vorschläge gemacht. Jeder könne es mit dem Gendern halten, wie er wolle. Das verkennt aber die Realität. Abgesehen davon, dass man nicht mehr von „Vorschlägen” sprechen kann, wenn ins Sprachsystem eingegriffen wird, ist das Gendern inzwischen durch feministische Sprachwissenschaftlerinnen sowie Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte an Universitäten, Verwaltungen, Parteien und anderen Institutionen zum Standard erhoben worden. Obwohl die Verfechter des Genderns eine kleine Minderheit sind, haben sie großen Einfluss. Ihr Hebel ist eine feministische Moral. Wer sich der neuen Sprachpolitik verweigert, gilt als rechts, frauenfeindlich, reaktionär, gestrig und muss mit Sanktionen rechnen. Sachargumente aus der Sprachwissenschaft haben keine Chance, denn nicht die Sache – die Sprache – ist wichtig, sondern die „richtige“ Gesinnung.

Die Sprache verändert sich jedenfalls nicht durch wie auch immer motivierte Eingriffe, Vorschriften oder Empfehlungen, sondern durch den Sprachgebrauch. Nicht alle Veränderungen setzen sich durch, manche verschwinden auch wieder. Festzuhalten ist, dass neue Begriffe auf Grund von Veränderungen in der gesellschaftlichen Realität entstehen. Das Internet als neue Technologie hat zum Beispiel in kurzer Zeit eine Menge neuer Begriffe hervorgebracht: googeln, downloaden, scannen, bloggen usw. Auf der lexikalischen Ebene ist das relativ unproblematisch. Diese Begriffe werden wahrscheinlich in kurzer Zeit zu ganz selbstverständlichen Bestandteilen der deutschen Sprache werden. Auf der grammatischen Ebene ist der Sprachwandel wesentlich komplizierter.

Von sprachfeministischer Seite werden oft Befragungen ins Feld geführt, die zeigen sollen, dass bestimmte Begriffe ausschließlich oder überwiegend männlich konnotiert sind. Daraus wird dann der Schluss gezogen, dass die “Männersprache Deutsch” (L. Pusch) durch Zusatzzeichen wie Innen,/innen,*,x, a etc. oder durch die Verwendung des generischen Femininums als Standardform verweiblicht werden müsse. Dass bei generisch maskulinen Ausdrücken wie Ingenieur, Arzt, Experte vorwiegend Männer assoziiert werden, liegt jedoch nicht an der Sprache oder der Boshaftigkeit der Männer, sondern an den historisch entstandenen (aktuellen) Realitäten. Das wird sich erst dann ändern, wenn sich die Realitäten ändern, wenn also Frauen in nennenswerter Anzahl zum Beispiel den Ingenieursberuf ergreifen. Bei Erzieher werden fast immer Frauen assoziiert. Auch das wird sich nur ändern, wenn mehr Männer sich für den Erzieherberuf entscheiden. Es ist schon merkwürdig, wenn Sprachfeministinnen glauben, dass durch die Umbenennung von Automechanikern in Automechaniker*innen mehr Frauen diesen Beruf ergreifen würden.

Wenn sich die gesellschaftlichen Realtäten wandeln – und das tun sie zum Glück! – wird die Sprache sich dann über den Gebrauch ebenfalls ändern, falls die Sprecherinnen und Sprecher eine Änderung für nötig und praktikabel halten (!).

Was sich in unseren Gehirnen beim Hören und Verwenden gegenderter Sprachformen (wie z. B. „Wähler*innen“) abspielt, lässt sich empirisch nur schwer fassen. Es nützt nichts, Hirnströme zu messen und zu interpretieren. Man kann nur Hypothesen aufstellen und sie durch repräsentative Befragungen überprüfen.

Etwa so:

– Ein Teil der Sprecherinnen und Sprecher hat eine positive Einstellung zum Gendern und wird Automechaniker*innen als Bestätigung der eigenen Einstellung interpretieren.

– Ein Teil wird denken: Ist mir doch total egal …

– Ein anderer Teil wird achselzuckend darüber hinweggehen und denken: Was ist denn das für ein seltsamer Rechtschreibfehler?

– Wieder ein anderer Teil fühlt sich durch den Gender-Stern provoziert und ärgert sich über die Verhunzung der Sprache durch die Sprachfeministinnen.

Dazwischen und daneben gibt es wahrscheinlich noch eine ganze Reihe anderer Reaktionen.

Repräsentative Umfragen ergeben, dass eine Mehrheit von durchschnittlich 70% der Sprecherinnen und Sprecher des Deutschen das Gendern ablehnt, 15-20% ist es egal, und ca. 10% wenden es an.

Warum also die Aufregung, und warum mein Engagement gegen das Gendern? Ich mache meine Kritik am Gendern öffentlich, weil ich den Eindruck habe, dass es in Parteien, Universitäten, Verwaltungen auf Grund moralischen und politischen Drucks ungehindert um sich greift, ohne dass seine politische Legitimation, seine wissenschaftliche Basis und seine gesellschaftliche Sinnhaftigkeit breit diskutiert worden wäre. Mich ärgert zudem, dass sich die Sprachaktivistinnen meist der Sachdiskussion entziehen und sich auf ihre „richtige“ Gesinnung berufen. Das finde ich intellektuell unredlich.


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