Todesrate des Coronavirus bei 15%? 100.000 Infizierte?

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interaktive Karte von BNO-News 

28.1.- 4474 Infiziert 107 Tote

 

Laut dieser Nachricht, die in der taiwanesischen Presse weit verbreitet ist und auf einer in The Lancet veröffentlichten Studie basiert, ist die Todesrate für das Wuhan-Coronavirus auf 15% gestiegen, und die Infektionsrate unter den Exponierten liegt bei 83%.

Diese Zahlen sind in der Welt der Mikrobiologie und der Übertragung von Infektionskrankheiten so gut wie unbekannt. Dies bedeutet, dass 15 von 100 Infizierten sterben werden. Dies bedeutet auch, dass 83 von 100 exponierten Personen infiziert werden und die Krankheit auf andere übertragen können.

Auf 100 exponierte Menschen kommen also etwa 12 Tote (15% von 83). – Quelle: https://www.naturalnews.com

Die Studie von Lancet

Lancet hat an 41 mit dem Coronavirus infizierten Patienten einer chinesischen Klinik eine Studie durchgeführt. Bis zum 2. Januar 2020 wurde bei den 41 zugelassenen Krankenhauspatienten eine im Labor bestätigte 2019-nCoV-Infektion festgestellt.

  • Die meisten infizierten Patienten waren Männer (30 [73%] von 41);
  • weniger als die Hälfte hatte Grunderkrankungen (13 [32%]), darunter Diabetes (acht [20%]), Bluthochdruck (sechs [15%]) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen (sechs [15%]).
  • Das Durchschnittsalter betrug 49,0 Jahre (IQR 41,0-58,0).
  • 27 (66%) von 41 Patienten waren dem Fischmarkt in Huanan ausgesetzt. Ein Familiencluster wurde gefunden.
  • Häufige Symptome bei Krankheitsbeginn waren Fieber (40 [98%] von 41 Patienten),
  • Husten (31 [76%])
  • Myalgie oder Müdigkeit (18 [44%]);
  • weniger häufige Symptome waren Auswurfproduktion (11 [28%] von 39), Kopfschmerzen (drei [8%] von 38), Hämoptyse (zwei [5%] von 39) und Durchfall (einer [3%] von 38).
  • Dyspnoe trat bei 22 (55%) von 40 Patienten auf (mediane Zeit von Krankheitsbeginn bis Dyspnoe 8 · 0 Tage [IQR 5 · 0–13 · 0]).
  • 26 (63%) von 41 Patienten hatten Lymphopenie.
  • Alle 41 Patienten hatten eine Lungenentzündung mit abnormen Befunden bei der Brust-CT.
  • Zu den Komplikationen gehörten das akute Atemnotsyndrom (12 [29%]), die RNAämie (6 [15%]), die akute Herzverletzung (5 [12%]) und die Sekundärinfektion (4 [10%]).
  • 13 (32%) Patienten wurden auf eine Intensivstation eingeliefert und sechs (15%) starben. Im Vergleich zu Nicht-Intensivpatienten wiesen Intensivpatienten höhere Plasmaspiegel von IL2, IL7, IL10, GSCF, IP10, MCP1, MIP1A und TNFα auf.

Die 2019-nCoV-Infektion verursachte Anhäufungen schwerer Atemwegserkrankungen, ähnlich SARS. Die Sterblichkeitsrate ist extrem hoch (15%).

Quelle: https://www.thelancet.com

Meine Einschätzung zur Studie: Das mehr Männer als Frauen befallen wurden und der Altersbereich von 41-56 Jahre betroffen war, hat wenig zu sagen. Ausgangspunkt war ja anscheinend der Fisch oder Tiermarkt. Die dortige Alters und Geschlechtsstruktur müsste man erst einmal kennen, um Schlüsse zu ziehen. Ich vermute mehr ältere Männer als Frauen werden Fisch oder Tierhändler sein. Die Sterblichkeitsrate dürfte sich nach unten bewegen, wenn genügend Erfahrung mit der Krankheit gesammelt wurde und ein breiteres Altersspektrum mit in die Statistik einfließt. Naturalnews übertreibt also. Seriöse Schätzungen gehen von 2,6 – 3,8% aus. Auch die 83% bei exponierten Personen entstammt wohl einer weiteren Studie von Lancet. Die Datenbasis ist ähnlich dünn. 

Es ergibt sich eine Schwierigkeit, ein direkter Bezug von Toten zu Infizierten lässt sich nicht herstellen:

100.000 Infizierte?

Prof. Neil Ferguson, ein Experte für öffentliche Gesundheit am Londoner Imperial College, sagte, er gehe davon aus, dass 100.000 von dem Virus betroffen sind, obwohl es bisher nur 2.000 bestätigte Fälle gibt.

Früher oder später werden wir einen Fall bekommen, sagte er. Derzeit gibt es in ganz Europa sehr viele chinesische Touristen. Wenn es den Chinesen nicht gelingt, dies zu kontrollieren, und ich bin skeptisch, ob dies möglich ist, werden wir hier Fälle bekommen.

Quelle: https://www.theguardian.com

China

27.1.: 2779 diagnostiziert und ca. 2692 (5794?) vermutete Fälle 82 starben und ca. 461 in kritischem Zustand. Die chinesischen Gesundheitsbehörden kämpfen mit einer rasanten Infektionsrate, da die Zahl der Coronavirus-Fälle innerhalb von 24 Stunden um 50 Prozent stieg. Also werden wir wohl heute (27.1.) Abend bei offiziellen Zahlen über der 3.000er Marke ankommen.

Weltweit

Hong Kong*: 8/256 Verdachtsfälle

Hongkong wird allen Bewohnern der Provinz Hubei und Personen, die die Provinz in den letzten 14 Tagen besucht haben, Beschränkungen auferlegen.

Thailand: 8

Macau: 6

US: 5

Australia: 5

Japan: 4

Malaysia : 4

Singapore : 4

Taiwan*: 4

South Korea: 4

France: 3

Vietnam: 2

Canada: 1

Nepal: 1

Elfenbeinküste: 1

Kambodscha: 1

Deutschland: 1

England, Österreich: vorerst Entwarnung

*mit in China verbucht (12)

Daten

Übersichtskarte der John Hopkins Universität, nicht ganz aktuell, aber sehr informativ. Die Aktualisierung erfolgt häufig erst mit einem halben Tag Verzögerung.

Reproduktionszahl

Die bisher mit 3 geschätzte Reproduktionszahl wurde wohl gerade hochgestuft. Auf Basis der offiziellen Daten zwischen 10. und 22. Januar wurde die neue Reproduktionszahl ermittelt. Diese Reproduktionszahl liegt zwischen 3,3 und 5,4. Die spanische Grippe hatte einen Wert unter 2. Das Virus ist bereits während der Inkubationszeit (von 3 bis zu 14 Tagen) übertragbar, also bevor erste Symptome auftreten.

Sterblichkeitsrate

Sterblichkeitsrate: “Coronavirus mortality rises above 5% with 476 dead on 2,823 confirmed Hubei cases.” Huch, wo kommen diese Zahlen her? Ich kenne nur 81 Tote bei rund 2800 Infizierten. Das entspräche ungefähr 3%. Allerdings gibt es eine Studie in Lancet die eine Sterblichkeitsrate von 15% ausweist, 6 von 41 infizierten starben. 

Häufige Symptome

In 98% der Fälle Fieber, Husten 76%, Müdigkeit 44%.

Wie ernst ist die Lage wirklich?

Wenn ich höre, dass allein gestern (26.1.) offiziell rund 700 neue Fälle und 24 Tote hinzugekommen sind, bin ich geneigt die Einschätzung von Prof. Neil Ferguson zu teilen. Es sind also 100.000 überwiegend Chinesen infiziert.  Auch meine Recherchen deuten darauf hin. Das Ende des chinesischen Neujahrs wird einige davon im Laufe dieser Woche zurück in alle Ecken der Welt spülen. Spätestens ab nächste Woche werden also die ersten Infizierten auch in Deutschland entdeckt werden. Ich hoffe Prof. Neil Ferguson und ich liegen falsch.

Ein Drittel der Infizierten benötigt vermutlich intensivmedizinische Betreuung. Der Rest muß zumindest isoliert untergebracht werden. Wenn China wirklich 100.000 Fälle hat, sind dort die medizinischen Einrichtungen an der Belastungsgrenze. Die Welt sollte Hilfsgüter und Personal schicken, solange es noch nicht zu spät ist das ganze einzudämmen. Auch Quarantänemaßnahmen bei Flügen aus China fände ich angebracht. Dummerweise wird das wohl so schnell nicht passieren. Alle glauben an ein paar Kontrolleure mit Fieberthermometern…

Vermutlich wird also die Geschichte so, oder so ähnlich weitergehen: Auch eine ZDF Reporterin, die am 24.1. mit dem letzten Zug Wuhan verließ, hatte sich infiziert. In ihrem Pekinger Hotel infizierte sie ein Zimmermädchen und während des Fluges ihren Nebenmann. Sie traf am 31.1 auf dem Flughafen Köln/Bonn mit einer leichten Erkältung ein und eilte in die Redaktionssitzung. Auf dem Weg dorthin infizierte sie ihren Taxifahrer.  Dieser steckte zunächst seine Kinder an, die den Virus im Kindergarten weitergaben. Alle “Erkälteten” eilten zu ihrem Hausarzt oder in die Notaufnahme, wo sie im Wartezimmer für eine Weiterverbreitung sorgten.

Acht Wochen später ist Deutschlands medizinische Versorgung zusammengebrochen. Lebensmittel sind knapp und alle verschanzen sich in ihren Wohnungen…

Hier hat sich es jemand einfach gemacht und einfach für den nächsten Tag WERT+Wert*0,5 gerechnet. Das ging ungefähr 5 Tage erstaunlich gut, aber an Tag 6 , also heute, müssten eigentlich >81 statt 71 Tote stehen. Ob die Fallzahl von ~3500 hinkommt, werden wir morgen wissen. Aber es ist schon gewaltig was innerhalb 4 Wochen passiert.

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