Der große Aufschrei wegen Datenklau

geralt - pixabay

Es passiert jeden Tag,

dass private Daten in die falschen Hände geraten. Aber nun sind rund 1000 Politiker und Promis betroffen. Da ist natürlich wieder einmal Aktionismus angesagt, obwohl bei mehr als 90% der Betroffenen nichts weiter als E-Mail, Wohn-Adresse und Telefonnummer bekannt wurden. Vermutlich ist ein Großteil dieser Daten ohnehin öffentlich zugänglich.

Schon allein die Impressumspflicht gebietet jedem deutschen Webseitenbetreiber/ social Media Nutzer die Veröffentlichung genau dieser Daten, wieso sollten also Personen des öffentlichen Lebens davon ausgenommen sein?

Geschmacklos finde ich es natürlich wenn, wie im Fall Robert Habeck geschehen, Ausweiskopien von Herrn Habeck sowie seinen Kindern veröffentlicht, und private Chatverläufe, ohne oder nur mit geringer politischer Relevanz, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Auch gesammelte private Fotos aus mehreren Jahren zu veröffentlichen finde ich kriminell.

Erpressung?

Möglicherweise stellt das ganze ja auch nur den ersten Schritt zu einer Erpressung dar. Es wäre ja denkbar, dass es relevantere Dokumente gibt, die nur noch nicht veröffentlicht wurden, wobei den Betroffenen möglicherweise klar ist, dass diese Dokumente im gleichen Datenspeicher lagen. G0d hat angeblich angekündigt noch einiges weiteres bis April nachzureichen...

Übrigens, wenn alle jetzt so betonen, dass alle Parteien außer AfD betroffen sind. AfD Daten wurden schon via indymedia geleakt und von den Linken weiterverbreitet, hörte ich. Auch ist die AfD die am stärksten beobachtete, im Bundestag vertretene, Partei. 

An einen größeren politischen Aufschrei im Frühjahr 2012 als nazi-leaks.net zuschlug und Adressen vermeintlicher Nazis veröffentlichte, kann ich mich nicht entsinnen. Gleiches gilt für die Aktion des Zentrums für politische Schönheit (Soko Chemnitz) im November 2018, wo der Mainstream das ganze als “Kunstprojekt” feierte…

Interessant finde ich, dass niemand auf die Idee kommt Datensparsamkeit einzufordern. So ist es eigentlich nicht erforderlich, bei einem Dienst wie Twitter eine Handynummer zu besitzen, aber meldet mal ein Konto dort an. Schon nach kurzer Zeit werdet ihr zur Verifikation via Handy genötigt werden.

Ähnliches gilt auch für Anbieter wie die Stadtwerke Zittau, welche inzwischen auf ihrer Ablesekarte neben der Adresse noch eine Telefonnummer wünschen. Andere Anbieter hätten gerne ein genaues Geburtsdatum, wofür? Die Zahl der Beispiele ließe sich beliebig fortsetzen.

Datenklau

Phishing Versuche gibt es wie Sand am Meer, auch Googles unsägliches Betriebssystem Android macht die Sache nicht besser. Also liebe Leute, führt euch vor Augen: eine echte Sicherheit gibt es nicht, es ist nur eine Frage des zu betreibenden Aufwandes. Auch hier hat sich schon mal jemand ausgetobt, der Inhalt enthielt offenbar unbequeme Wahrheiten. Ich lasse es jetzt so…

Robert Habeck zieht Konsequenzen

Er will seinen Facebook und Twitter Account kündigen. Medienkompetenz sieht anders aus. Aber so ist das mit unseren Politikern. Einerseits verabschieden sie unsägliche Gesetze, wie zum Beispiel Upload Filter und Leistungsschutzrecht oder die EU-DSGVO ohne ausreichende nationale Konkretisierung. Andererseits sind sie nicht in der Lage mit den neuen Medien kompetent umzugehen.

Herr Habeck ist übrigens nicht nur wegen seinem Datenleck erschüttert, es war unter anderem auch sein Videobeitrag “Wir versuchen, alles zu machen, damit Thüringen ein offene, freies, liberales, demokratisches Land wird.” zur Wahl in Thüringen.

Robert Habeck zur peinlichen Panne: “Gemeint war schlicht, dass ich den Wahlkampf mit einen Aufruf für weitere Arbeit und Engagement für Demokratie und Ökologie garnieren wollte. Aber ich hab es anders gesagt – „wird“, statt „bleibt“; ein kleines Wort, ein echter Fehler. Zum zweiten Mal, nach einem ähnlichen Twitter-Video-Aufruf zu Bayernwahl.”

Schuld des BSI

Ich sehe keinen Anlass dem BSI Vorwürfe zu machen. Datenlecks bei Facebook sind schon seit Jahren bekannt. Sicherheitslücken in Betriebssystemen ebenfalls. Was dagegen (neben aktualisieren der Software) helfen soll ist nicht zu viele Daten preisgeben, und das Hirn einschalten bei verdächtigen Mail anhängen oder Webseiten, sagt das BSI schon seit einigen Jahren…

Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass wohl ein 20-jähriger Einzeltäter, ohne konkretem politischen Motiv, am Werk war.

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