Invaliden am Bau – OBI´s 200 € Carport…

invaliden beim bau -Foto: Professsioneller Fotograf Offler CC BY-SA 2.0 invalidenturm.eu

marode Fachkräfte

Norbi (GdB 50%) hat zugeschlagen, weil seine Gartenlaube inzwischen ziemlich in die Jahre gekommen ist. Man beachte die Styropor Designerkante an der bejahrten Laube. Also hat er sich bei OBI für 230 Euro einen 5×3 Meter Carport gegönnt. Zwei Wochen vorher kostete das Teil übrigens 190 €. Als Fachkräfte hat Norbi Merkwürden Seitenschiffreferent (rüstiger Rentner mit Titanwirbel) sowie Klinnui (auch nicht so fit) überredet, beim Aufbau zu helfen.

Ich (GdB 30%) hatte eine direkte Mitwirkung abgelehnt, und durfte daher für die mittägliche Verpflegung sorgen. Norbi versuchte sich durch Werkzeug reichen nützlich zu machen. Auch Goschka (GdB 60%) wollte helfen, sie hatte als Verstärkung Fresssack (6) und Schnatterinchen (fast 10) dabei. Alle Beteiligten haben also gesundheitliche oder altersmäßige Einschränkungen zu bieten. So kann man mit Fug und Recht behaupten, dass Invaliden den Carport am Invalidenturm errichteten.

der Carport

Der Lieferumfang des Carports besteht aus einem für den Transport optimierten Bündel von Einzelteilen, die 6 Kanthölzer sind das stärkste Material im Paket, dazu kommen 11 30mm Bretter, 7 davon als “Träger” für die dünnen Kunststoffdachplatten, die restlichen vier dienen 1x zusammengestückelt als obere “Längsbalken”. Einige 20mm starke Versteifungen und Abdeckblenden, alles aus Holz, runden das ganze ab. Schrauben und Winkelbleche werden mitgeliefert. Die Winkelbleche fielen durch ihre Biegsamkeit unangenehm auf. Die 30er “Träger”-Bretter sind zum Teil in sich verdreht. Es ist halt ein billiger Carport…

kurz vor Mittag, es ist vollbracht, die Säulen stehen und auch die “Längsträger” sind verschraubt. Merkwürdens Titanwirbel machen ihm gerade schwer zu schaffen und es regnet. Irgendwie wirkt die Ausrichtung der Säulen nicht so 100%ig gleichmäßig. Ein mittlerer Wolkenbruch machte dem Elend gegen 12 Uhr erst mal ein Ende…

Bau Tag 1 – der Carport steht irgendwie…

Norbi hatte sich entschieden den Carport auf verzinkten Bodenhülsen zu errichten und auf Fundamente zu verzichten. Und so machten sich Sonnabend gegen 10 Uhr Merkwürden und Klinnui, beobachtet von Norbi,  ans Werk und kloppten die sechs Bodenhülsen ein. Aufgrund des nicht so optimalen Untergrundes gelang die Platzierung nicht ganz perfekt. Das sollte in der weiteren Bauphase Folgen haben. Gegen 12:30 Uhr standen die sechs Säulen und die “Längsträger” sowie der erste “Querträger” waren montiert.

Gegen 12:30 Uhr standen die sechs Säulen und die “Längsträger” sowie der erste “Querträger” waren montiert.

Ich habe unterdessen auf Norbis Gasgrill Gulasch und Knödel gewärmt, so dass sich gegen 12:30, als der Regen wieder aufhörte, alle erst mal stärken konnten. Ab 13:30 Uhr ging der Aufbau weiter.  “Neunundsiebzigkommafünf” und “Zweiundzwanzig” quietschte Klinnui wiederholt, während Merkwürden sich auf der anderen Seite in Akkuschrauber, Schmiege und Bleistift verwickelte. Auch die Titanwirbel klemmten gelegentlich.

“Neunundsiebzigkommafünf” und “Zweiundzwanzig” blieb Klinnuis Parole, während Merkwürden dieses Maß aller Dinge etwas kreativer auslegte. Das führte dazu, dass Klinnui an der Mittelsäule mit seinem 4. Querträger exakt bei der störenden Verschraubung landete, während Merkwürden auf seiner Seite keine Probleme hatte, weil er das Winkelblech 4 cm davor verschrauben konnte…

Leider hatte der Gott der Knappheit, auch unter dem Namen OBI bekannt, kein Verständnis für kreative Querträgerplatzierung. Die Dachplatten sind derart knapp bemessen, dass man zumindest den mittleren Querträger präzise platzieren muss. Dummerweise war infolge des Verzichtes auf Fundamente die Grundkonstruktion nicht ganz rechteckig, so dass selbst ein inzwischen exakt ausgerichteter Mittelträger nicht mehr reicht, um beide Plattenenden überlappt auf den fürstlichen 30 mm zu verschrauben.

die Wellplasteplatten sind elend knapp bemessen und überlappen leider nicht am benötigten Punkt, das liegt unter anderem daran, dass kein Rechteck, sondern eher ein Parallelogramm erschaffen wurde…

Um 18 Uhr wurde das Problem auf Montag vertagt, der mittlere “Querträger” soll dann vielleicht mit einem Brett verbreitert werden. Danach muss einer der fetten Kerle (alle über 100 kg) die Tragfähigkeit der Konstruktion testen und die Dachplatten von oben verschrauben. Alternativ kommt Goschka (50 kg) in Frage, aber leider sieht sie nicht so gut und ist außer dem Epileptikerin…

Bau Tag 2 – fette Kerle auf klapprigen Dächern

Montag, für 14:30 Uhr haben sich Merkwürden und Klinnui verabredet um das Werk zu vollenden. Nun kommt der große Moment, wo jemand aufs Dach muss, um die windigen Dachplatten auf den “Querträgern” zu verschrauben.

Klinnui war der Auserwählte, er verzichtete darauf den “Mittelträger” durch Aufdoppeln zu verbreitern, und hat es durch Schrägverschraubungen geschafft das 30 mm Brett oft genug zu treffen. Nur ein Loch musste hinterher mit Silikon geschlossen werden.

105 kg hocken auf der Wellplaste, und oh Wunder – und dank Offler, brach der schwere Klinnui nicht durch.

Klinnui war der Auserwählte…

Nun nervte Norbi noch mit der Montage der mitgelieferten Designerleisten, “Die müssen dran, sonst stimmt die Statik nicht!” nörgelte Norbi beunruhigt, und so wurden auch noch diese belanglosen Latten von Klinnui verschraubt, während Merkwürden und ich ein Bier schlürften…

Wird nicht unbedingt fortgesetzt, es sei denn, Norbi hat noch Ausbauwünsche, wie zum Beispiel Dusche und WC.

Übrigens, Norbi, zur Information: Im Innenbereich (§ 34 BauGB) sind Garagen / Carports bis 3 m mittlerer Wandhöhe baugenehmigungsfrei, wenn sie insgesamt mit allen auf dem Grundstück bereits vorhandenen Garagen und Carports 50 m² Brutto-Grundfläche nicht überschreiten und in Deinem Fall ist es kein Carport sondern eher ein Ersatz der Laube…

besondere Details

Man beachte den eleganten Sägezahnartigen Dachabschluss, na Dietmar was sagt Dir das?…

So wurde der mittlere “Querträger” an die richtige Stelle gebracht…

die in sich verwundenen Bretter sind einfach ein Traum…

7 Kommentare

  1. “Wird fortgesetzt…” ich bin selbst gespannt! Es hat einfach Spaß gemacht und sage allen Mitwirkenden nochmals Dankeschön! Hallo, auch herzlichen Dank an Dietmar im Norden unserer Republik für die Vorbereitungen dieser Aktion. Gruß – Norbi

    • Dietmars Kommentar kann ich mir gut vorstellen…
      Und da ich ja schon weitere Baupläne gehört habe, wird sicherlich noch eine weitere Fortsetzung folgen müssen.

  2. Ist das das neue Bonsai-Cannabis auf dem letzten Bild? Dann wären ja Norberts jahrelange Zuchtversuche erfolgreich gewesen.
    Wann darf ich mit meiner selbstentwickelten Maschine zum Tütendrehen vorbeikommen?

    • Ja das ist diese hevorragende Züchtung, der THC Gehalt ist einfach umwerfend. Maschinelles Tütendrehen würde uns die Produktion sehr erleichtern, also komm einfach jederzeit vorbei.

  3. Erklärung zur vermeitlichen Diskriminierung
    Für die Mitgliedschaft in der erlauchten Mannschaft des Invalidenturms ist der Grad der Behinderung (GdB) für den geneigten Leser anscheinend ein bestimmendes Merkmal.
    Nun wurden in obiger literarischer Betrachtung alle Mitwirkenden mit ihrem Grad der Behinderung (GdB) vorgestellt. Nur ich nicht.
    Das könnte zu Vermutungen Anlass geben und dem möchte ich energisch entgegentreten:
    Ich habe voriges Jahr am Casting “Bundeskanzler kann jeder” teilgenommen.
    https://ichkannbundeskanzler.de
    https://ichkannbundeskanzlerin.de (für Frauen weiblichen Geschlechts)
    https://ichkannbundeskanz.de (für alle, die selbst hier immer noch nicht wissen, was sie sind)
    Und dabei überstand ich die Gruppenphase mit 93% nicht, jedenfalls bei der ersten Webseite. Kann ja sein, die anderen waren im intelektuellen Anspruch angepasster.
    Ich denke, dies legitimiert mich ausreichend für den Invalidenturm den Ausflüssen höchster Weisheit von Offler und Admin.
    Merkwürden Seitenschiffreferent

  4. Die Modellbahnindustrie reagiert in Spitzenzeit
    Sowohl für den Garteneisenbahner (1:22,5) als auch für die smarte Heimanlage in H0 (1:87) ist soeben ein neues Gebäudemodell erschienen.
    Norbis Carport als Fertigteil.
    Ich hatte die Möglichkeit, diese neueste Entwicklung aus der Vorab-Serie zu testen und will kurz meinen Eindruck schildern:
    Dieses Modell fügt sich in wunderbarer Weise ein in die Serie des Herstellers „Leben am Stadtrand“:
    Echtholz und Echtplastik – mit Originalmaterialien.
    Eine sehr gelungene Darstellung der Befestigungseisen in allen Variationen. Die verwundenen Querträger kommen selbst im kleinen Maßstab gut zur Geltung. Auch alle Schrauben auf dem Dach stimmen mit dem Original überein.
    Als einziger Mangel – der aber kaum ins Auge fällt – ist die Position der mit Silikon verschlossenen Fehlbohrung. Diese ist bei 1:22,5 etwa um 1,5mm zu weit innen.
    Die beiliegenden Farben zur künstlichen Alterung sollten nur beim H0-Maßstab verwendet werden, im Gatenbereich kann man das getrost dem Wetter und freilaufenden Katzen überlassen. Als besondere Zugabe liegen dem Bausatz noch zwei Dekorationsstücke aus PE bei: Gartengrill und Mülltonne, ein Zeichen der exquisiten Recherche des Herstellers.
    In den nächsten Wochen wird man das schöne Modell im Fachhandel finden können.
    Ein gelungenes Modell der Firma „Wollemodelle“, Mail: schaf@wolfsgebiete.de
    Gesamtbewertung : 4,5 von 5 Punkten

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