Wechsel von Windows 10 auf Linux oder ein Vorgängersystem

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Ja das meine ich völlig ernst und es hat gute Gründe. Windows 10 ist nämlich ein System welches meine Produktivität sehr einschränkt, zumeist muss ich, wenn ich einen seltener genutzten Rechner einschalte, um mal schnell irgendwas zu tun, erst einmal 10 Minuten …wird aktualisiert… über mich ergehen lassen.

Mein MSI Netbook (moonlight4)  hat sich nach einer Aktualisierung sogar vollständig verabschiedet und liegt erstmal nutzlos in der Ecke, moonlight5 meldete nach dem Redstone Update Works wird nicht mehr unterstützt und wurde deinstalliert. Seitdem versucht mich moonlight5 für office365 zu begeistern. Dass auch die deaktivierte Cortana wieder da ist, und einige Einstellungen zurückgesetzt wurden, erübrigt sich fast zu erwähnen. 

Ich habe nun die Schnautze voll vom immer noch unfertigen Windows 10 und werde meine Hauptsysteme vermutlich nach und nach auf Linux umstellen. Dort kann sich dann Windows in der Virtualbox austoben. Ich bin gespannt ob das dann auch mit Windows 10 klappt, aber eher interessehalber.

Vermutlich gegen Ende Januar werde ich euch an gleicher Stelle berichten wie die Umstellung funktioniert hat, und was ihr dabei alles beachten solltet.

Für den Umstieg auf ein Vorgängersystem von Windows 10 ist es aus meiner Sicht in den meisten Fällen völlig unproblematisch bis zum Support Ende von Windows 7 anfang 2020 (falls nicht noch eine Supportverlängerung wie schon im Fall von XP kommt) erstmal wieder Windows 7 einzusetzen und abzuwarten bis Windows 10 eine endgültige Version erreicht hat.

Dazu ist als erster Schritt notwendig zu prüfen, gibt es Windows 7 Treiber für meine Hardware? Danach sollte man zumindest Netzwerkkarten b.z.w. Wlan-Treiber herunterladen und auf Wechselmedium speichern. Besser ist es natürlich wenn man sich gleich alle benötigten Treiber holt.

Als nächstes sollte mit einer kostenlosen Backup Software wie Aomei-Backupper oder Paragon-Backup-Recovery-14-Free ein komplettes Backup von der Systempartition b.z.w. System und Daten erstellt werden, um im Zweifelsfall Windows 10 wieder aufleben zu lassen.

Danach wird dann noch ein Backup der benötigten Daten gemacht, welche in Windows 7 wieder eingespielt werden sollen. Die heruntergeladene Backup Software sollte ebenfalls auf dem Wechseldatenträger landen.

Passworte und E-Mail Konfigurationen sowie Mailordner sollten ebenfalls gesichert werden. Die meisten E-Mail Programme bieten dafür eine Export Funktion, gleiches gilt für Programme wie StarMoney. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann dann noch seinen Windows 10 Key und einige andere Keys z.B. mit License-Crawler auslesen.

Nun ist eigentlich schon alles bereit, entweder für clean install von Windows 10 oder die Installation von Windows 7 oder 8 b.z.w. Linux. Ob es bei Backupsoftware auch eine plattformübergreifende Lösung für Linux gibt, weiss ich nicht, aber immerhin kann man ja die Daten auf einer Partition oder externen Platte sichern, um sie unter Linux weiter zu nutzen.

Danach Installation starten, Partition formatieren, System installieren, Treiber installieren, Updates suchen und installieren, Software installieren, Daten einspielen, fertig.

Habe ich noch etwas vergessen, oder hat jemand einen besseren oder einfacheren Lösungsweg Vielleicht ist ja umpartitionieren und Paralellinstallation eine bessere Lösung. Dafür könnte man z.B. Minitool Partition Wizard free verwenden. Das hat bei mir jedenfalls mit Windows 8.1 perfekt funktioniert um die Systempartition zu verkleinern und hinterher zu duplizieren, damit dann das Duplikat auf 10 migriert…

Zur Zeit offene Fragen sind: Welche kostenlose Backup Software kann Win 10, 7 und Linux abdecken, welche ist die beste? Kann ich den Windows 7 key welchen ich für die migrationn nach 10 verwendet habe noch einsetzen? wäre auch eine Frage welche ich momentan nicht 100%ig beantworten kann.

Geklärt ist mittlerweile, dass die Windows 10 Aktivierung erhalten bleibt, solange nicht das Mainboard ausgetauscht wird. Vielleicht klärt sich ja die eine oder andere offene Frage wenn ich die Installation durchgezogen habe. Das wird spätestens Ende Januar der Fall sein…


Der Umstieg von Windows 10 auf Linux

Folgende Linux Distributionen kann ich empfehlen, falls es um den anfängerfreundlichen Umstieg von Windows zu Linux, und einen Betrieb von Windows in einer virtuellen Box geht: Ubuntu 16.04 LTS, Linux Mint “Serena” oder ähnliche Ubuntu Ableger. Falls jemand in Erwägung zieht, Debian 8 zu installieren, kann ich nur abraten, Debian 8 bringt eine völlig veraltete VirtualBox mit.

Bei allen Linux Distributionen stehen verschiedene Desktop Varianten zur Auswahl, Am besten vorher mal googeln. Falls die Entscheidung nicht die richtige war, ist es möglich, weitere Desktops parallel zu installieren. Allerdings müllt man sich da das System voll. 

Ich habe mich zunächst für Ubuntu 16.10 entschieden, wobei mir klar war, dass das nur ein erster Test ist, ob Windows in einer virtuellen Box mit Corel X8 zufriedenstellend läuft. Als Virtualisierungssoftware hatte ich VirtualBox auserkoren.

Als ich die Installation fertig hatte, habe ich Windows7 64 Bit in der VirtualBox mit Corel X8 laufen lassen. Ich habe mit wirklich umfangreichen Dateien (50.000 Objekte) getestet, Corel lief nicht schlechter als unter Windows 10.

Dann kam ein “Linux Experte” und behauptete VirtualBox wäre Schrott, qemu/KVM sei das einzig wahre. Ich habe es geglaubt, und mehrere Tage versucht, mit qemu/KVM bessere Ergebnisse zu erzielen, Pustekuchen.

Der beste Virtualisierer ist VirtualBox in der Version ab 5.x, diese ist in allen oben genannten Distributionen, ausser Debian 8, enthalten. VirtualBox ist einfach zu konfigurieren und nutzt auch KVM, falls gewünscht. Alle anderen Varianten, wie z.B. Gnome Boxes oder Aqemu haben nicht die Performance, und treiben einen schon bei der Einrichtung einer virtuellen Maschine in den Wahnsinn… (SPICE?? und andere Parameter welche immer Initialisierungsfehler produzieren)

Ich habe mich, nach meinen ausgiebigen Tests, für Linux Mint mit Mate Desktop (“Serena”) entschieden, diese Version basiert auf Ubuntu, hat aber nicht die Angewohnheit von Ubuntu übernommen, überall Amazon Verknüpfungen in die Menüs zu verlinken.  Ausser dem gefällt mir Mate besser als KDE, Gnome oder Cinnamon.

Die Installation läuft bei allen Debian/Ubuntu Derivaten ähnlich ab. Und bei allen hatte ich Probleme mit GRUB (das ist der Bootmanager von Linux) Grub sollte eigentlich ein grafisches Startmenü erzeugen, welches das gerade installierte System, sowie ein oder mehrere paralell vorhandene Systeme beinhaltet, dies gelang nur Debian, alle anderen Distributionen schafften es nicht, beim ersten Anlauf einen benutzbaren GRUB zu hinterlassen, so dass ich die Installation 2x durchlaufen lassen musste. Diese Angewohnheit der Installationsroutinen ist mir nicht neu, eigentlich funktionieren sie, falls man alles automatisch laufen lässt, aber wehe man partitioniert benutzerdefiniert, dann droht Ärger mit GRUB…

Na ihr Windows 10 zu Linux Wechsler habe ich euch genug eingeschüchtert? Nun kommen die positiven Aspekte.

  1. Nicht jeder muss manuell partitionieren, bei mir ist das nur der Fall, weil meine 1.Platte auf der Windows 10 hockt, eine SSDHD ist, und dieser will ich einen Linux-Swap Speicher nicht zumuten. Ausser dem ist es besser wenn das /home Verzeichnis auf einer separaten Partition liegt. So verliert man keine Daten, falls man später eine andere Linux Version installiert.
  2. Linux belastet meinen Prozessor weniger als Windows 10, das merke ich deutlich am Lüftergeräusch. Windows 7 in der VirtualBox startet innerhalb von 17 Sekunden, auch die Installation läuft zügiger als die Originalinstallation. Das liegt vermutlich daran, dass Linux ja eigentlich die Platten betreibt.
  3. Linux meldet sich zwar, falls Aktualisierungen verfügbar sind, überlässt es aber dem Benutzer wann er aktualisieren will. Die Aktualisierungen laufen zügig ab, meistens ist kein Neustart erforderlich.
  4. Es gibt Unmengen an freier Software, auch Spiele sind inzwischen auf Basis von Steam oder Uplay verfügbar, wer spielen will, sollte sich auch Wine (Windows Emulator) mit instalieren. Office 2007 läuft unter Wine, Corel X6,7,8 leider nicht.
  5. Die verschiedenen Oberflächen bieten eigentlich eine grosse Vielfalt, so dass jeder irgendwo glücklich wird. Wer es Windows 7 ähnlich mag sollte KDE nehmen, aber auch Mate ist nicht schlecht.
  6. Linux startet schnell, und auch das Runterfahren ist um Welten schneller als bei Windows.
  7. Auch meine Internetverbindung hat profitiert, vermutlich geh es scheller, weil Linux im Gegensatz zu Windows, keinen unautorisierten Datenaustausch betreibt.
  8. Es gab keine Probleme bei der Installation, die Hardwareerkennung hat weitgehend funktioniert, nur der korrekte X-Server (nonfree) wird neuerdings bei Ubuntu und co. nicht mehr angeboten, so dass ich bei AMD suchen durfte. Früher war es möglich auch nonfree Paketquellen einzubinden..
  9. Alle Distributionen kann man live testen und von dort aus installieren. Das würde ich auch jedem Windows Umsteiger raten, um sich erstmal mit den korrekten Platten und Partitionsbezeichnungen vertraut zu machen. Laufwerk C: war einmal, unter Linux heisst es vermutlich dev sda2 (2.Partition auf der ersten Sata Platte) dev sdb ist dann das 2. Festplattenlaufwerk u.s.w. auch USB Platten werden unter dev sd.. geführt. 

So, und nun kommen die Dinge die ich Schei… finde:

  1. Die Probleme mit Grub, wenn man nicht vollständig automatisch partitionieren lässt, nerven.
  2. Wenn eine Installation an Grub gescheitert ist, fängt man wieder bei 0 an, die Installationsroutine bemerkt nicht, dass schon einmal installiert wurde.
  3. Die Paketverwaltung (Synaptic) bietet keine vernünftige Übersicht über die Pakete an. Wenn ihr also nach “virtualbox” sucht, bekommt ihr ungefähr 500 Dateien angezeigt (Programmbibliotheken, e.t.c.,  nicht, dass ihr die benötigten markieren müsstet, ihr müsst nur die richtige Datei im Haufen finden, wenn diese zur Installation gewählt ist, werden Abhängigkeiten geprüft und mit zur Installation markiert. Dumm ist nur, dass man die Ansicht nicht auf Hauptanwendungen umschalten kann. Es gibt nur ein paar wenige “Metapakete” wo das anders ist, da kann man z.B. KDE oder Gnome mit den gängigsten Programmen installieren. 
  4. Die Systemkonfiguration über die grafische Oberfläche lässt solche Dinge, wie Bootloader konfigurieren, vermissen. Wenn man googelt findet man Wege.
  5. Die integrierte Druckerdatenbank ist jammervoll, obwohl der Hersteller Linux Treiber für nahezu alle Modelle anbietet, sind sie in der Datenbank nur marginal enthalten, und auch per integrierte Suche im Netz nicht auffindbar. Man muss diese Treiber manuell installieren, was je nach Hersteller unterschiedlich verläuft. Brother Treiber unter Mint installieren geht ganz easy.

 Rezept für Anfänger, die Linux parallel zu Windows 10 installieren wollen:

Falls kein freier Plattenplatz vorhanden ist, am besten unter Windows 10 die Partitionsgrösse verringern, so dass möglichst zusammenhängender freier Platz auf der Platte entsteht. Diesen nicht partitionieren, oder falls /home auf einer extra Partition landen soll für /home einen grossen Teil partitionieren. Es muss aber ca. 40 GB freier Platz bleiben. Dieser wird für /, /var /usr .. und swap benötigt. Installation laufen lassen, Paralellinstallation wählen und schauen wie der Vorschlag von Linux aussieht. Um Probleme mit Grub zu vermeiden, diesen Vorschlag übernehmen, falls nur der freie Platz genommen wird. Home kann man dann später der leeren Partition zuweisen. Ansonsten muss man in den sauren Apfel beissen und Partitionen manuell zuweisen. Eine für /home, eine für Swap und eine für den Rest. Der Grub muss auf dev sda ohne weitere Angabe. Falls es mit Grub schiefläuft einfach das ganze noch einmal, beim 2.Mal hat es bei mir immer funktioniert.

 

Rezept für Anfänger, die ihre Daten gesichert haben, Windows komplett los werden wollen, und nur in einer VirtualBox einige heilig gesprochene Windows Programme laufen lassen wollen

Live starten, komplette Platte abräumen, Installation starten. Alles per Automatik durchlaufen lassen. Nach dem Neustart Wine installieren und Virtualbox installieren. Glücklich sein. 

VirtualBox neue Box anlegen, aussuchen für welche Windows Version, Plattenformat virtualbox (vdi), Platte dynamisch erzeugen ist die richtige Wahl, Grösse richtet sich danach was alles in die Box installiert werden soll. Wenn die Box angelegt ist, Box auswählen, Hardware konfigurieren, Grafik konfigurieren, Sound st meist erstmal schon richtig, Netzwerk auch. USB ist nicht unbedingt vonnöten, aber es sollten gemeinschaftliche Verzeichnisse definiert werden. Das Windows Image wird in CD-Rom eingebunden, und schon kann die Maschine starten. Dort läuft dann die Windows Installation wie gewohnt ab. Wenn Windows instaliert ist die Gasterweiterungen einlegen, und in Windows installieren – fertig. 

 


So es ist vollbracht. Ich habe Mint Mate “Serena” installiert, dazu VirtualBox und OpenVPN um Schweizer Fernsehen zu geniessen. 

Corel X8 läuft in der VirtualBox ohne merklichem Unterschied zu einer Installation unter Windows 10. Auch kopieren und verschieben grosser Objektgruppen geht relativ flüssig (die Box hat momentan nur 3,6 GB Ram).

Eine CS6 Master Edition Installation in der VirtualBox klappte auch reibungslos, als einziges Problem hat Adobe meine Bildschirmauflösung bemängelt, aber die habe ich bewusst so gewählt. Immerhin will ich ja aus 3,5m Entfernung auf meinem 24″ Monitor noch erkennen was ich tue. Adobe CS6 läuft in der VirtualBox ebenfalls flüssig (PS, AI, BR, habe ich getestet). 

Die Systembewertung von Windows 7 erreicht folgende Werte:
Prozessor 7,6
Speicher 7,4
Grafik 2d+3d 5,6
Festplatte 7,2


Was ich vorher noch getestet habe war, ob ein VPN Tunnel mit Cyberghost VPN für Windows funktioniert. Ja ich weiss, dass das eigentlich Quatsch ist, weil man so etwas besser auf dem Host als auf dem Gast realisiert. Aber ich konnte einfach nicht widerstehen. Cyberghost lief mit Abstürzen, welche mir schöne Bilder bescherten.

Nun kommt bald der Landwirtschafts Simulator 2017 an die Reihe, das habe ich jemandem versprochen, und inzwischen getestet.

In der Box ist nichts zu machen, das Spiel lässt sich installieren, aber die von der Box gebotene Grafikunterstützung genügt nicht. Landwirtschaftssimulator 2017 läuft nicht in einer VirtualBox Maschine. Bleiben noch Wine und möglicherweise Steam. Habe nun mit PlayonLinux (Wine) mein Glück versucht, hatte aber noch keinen Erfolg. Das kann aber auch daran liegen, dass ich dem System noch nicht die volle Grafikunterstützung (AMD) verabreichen konnte. Der aktuelle Treiber von AMD hat nämlich Probleme mit Mint 18. Ich vertage das ganze bis es einen lauffähigen Treiber gibt.

 

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