Nach dem Bundesfreiwilligendienst

Ja liebe BUFDI´s wenn ihr im Altkreis Zittau wohnt und Harz 4 bezieht, habt ihr es dann gleich mit 2 Ämtern zu tun. Das Jobcenter möchte mit euch eine Eingliederungsvereinbarung abschließen und natürlich müsst ihr auch auf´s Arbeitsamt und ALG 1 beantragen, möglichst 2-3 Monate bevor euer Dienst endet. Falls ihr zufällig am Ende eurer Dienstzeit Urlaub habt, den könnt ihr euch gleich abschminken, auch wenn ihr die Arbeitsagentur schriftlich und mündlich darüber informiert haben solltet, es sind immer wieder brandeilige hochwichtige Schreiben mit Terminsetzung in eurem Kasten.

Das ALG 1 fällt gigantisch aus: von euren 250€ Netto = Brutto bekommt ihr theoretisch mindestens 60% das wären also schätzungsweise 150€ – denkt ihr, aber das Arbeitsamt rechnet anders: von euren 250€ Netto = Brutto zieht dieses Amt erstmal 21% Sozialabgaben ab und kommt damit auf gigantische 3,89 € pro Tag = 116,70 €/Monat = ~ 45% eures Nettoeinkommens als Bufdi bei der Stadtverwaltung.

Euch kann das eigentlich egal sein, weil das Jobcenter bis auf 30€ sowieso alles einsteckt, aber das Jobcenter wird durch die Kommune finanziert und die Bundesagentur für Arbeit über den Bund und keinen regt es auf.

Ich setze noch eins drauf: Wurde vorher gearbeitet, bleibt der Bufdi außer Betracht und es wird das vorherige Entgelt als Grundlage genommen. Gleiches scheint auch bei vorherigen ALG 1 Bezug zu gelten.

Wurde vorher gearbeitet, aber es kommen keine 150 Tage für die Berechnung zusammen, so wird fiktiv nach § 152 SGB III berechnet. Die fiktive Berechnung erfolgt nach Qualifikation. Ich sehe schon die Anzeigen in der SZ: “Kurzzeitjob gesucht, Bedingung versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis was mit Beginn des Bundesfreiwilligendienstes endet – Lohn egal.” Ist eine echte Marktlücke.

Wurde vorher Harz 4 bezogen (1 Tag langt), gilt folgende Regelung: “Ist der Bundesfreiwilligendienst nicht in unmittelbarem Anschluss an ein Versicherungspflichtverhältnis geleistet worden, ist der Berechnung des Arbeitslosengeldes das während des Freiwilligendienstes erzielte Arbeitsentgelt (einschl. evtl. gewährter Sachbezüge) zugrunde zu legen.” Für Verpflegung ist dabei ein maximaler Betrag von 224 Euro und für gestellte Unterkunft ein maximaler Betrag von 216 Euro anzurechnen. Wurde beides nicht gewährt, geht es auch in die Berechnung nicht mit ein.

Naja euch kann es egal sein, ALG 1 ist “anderes Einkommen” und ihr dürft eine Pauschale von 30€ behalten, der Rest wird gegengerechnet. Zusätzlich könnt ihr natürlich noch durch Nebenverdienst die 100€ Pauschale bei Arbeitseinkommen ausreizen.

Auch die Frage nach Selbständigkeit und Förderung kann ich nun teilweise beantworten, keiner weiss so recht wie sowas abläuft, also gibt es erstmal Schulterzucken und Formularstapel nach dem Motto: mal sehen was draus wird.

Die Arbeitsagentur geht davon aus, dass eine Förderung möglich ist, falls sachkundige Stelle begutachtet hat, dass ein existenzsichernder Gewinn erwirtschaftet wird. Es gibt aber einen Zeitfaktor bei der Beantragung (180 Tage vor Auslaufen des Anspruchs) und ausserdem dürfte dann auch kein Harz4-Bezug mehr stattfinden.

Wie sich das Jobcenter bei einer derartigen Förderung verhalten würde, ist völlig offen, weil die Förderhöhe von der Arbeitsagentur richtet sich nach ALG1 und reicht im Fall Bufdi nach Harz4 nicht zum Leben, also musst du aufstocken, aber beim Jobcenter ist es “anderes Einkommen” und du darfst 30€ behalten.

Natürlich gibt es auch beim Jobcenter ein Programm zur Förderung der Selbständigkeit, wie das aussieht werde ich mir demnächst irgendwann mal anhören.

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