E-Mobilität im Vergleich zu 23 Jahre alten Benzinern und modernen Dieselautos…

Foto: Pixabay/Blomst

Für den Vergleich nehme ich den Renault ZOE LIFE R110 Z.E. 40. Ich hätte natürlich auch den reichweitenärmeren und teureren Nissan Leaf mit ebenfalls 80 kW nehmen können. Der Verbrauch wäre geringfügig höher (17,6 kWh) und die Reichweite läge dann wohl bei 175 km.

Ich nehme den Zoe mit 41 kWh Batterie, Elektro, 80 kW: Stromverbrauch kombiniert: 17,2 kWh/100 km; CO2-Emissionen: kombiniert 0 g/km,  Höchstgeschwindigkeit 135 km/h; Reichweite 320km (alles laut Angaben von Renault). Die angegebenen Reichweiten lt. Hersteller werden im Praxisbetrieb nicht erreicht, wussten viele Nutzer zu berichten.

Schon 0 g/km Emissionen sind nicht real, sondern entstammen dem Irrglauben Stromproduktion für E-Autos fände ausschließlich CO2-frei statt. Leider war für den deutschen Strommix nur der 2019er Wert verfügbar. Bei der Erzeugung einer Kilowattstunde Strom in Deutschland wurden 2019 durchschnittlich 401 Gramm Kohlendioxid [CO2] als direkte Emission ausgestoßen. Ich gehe davon aus, dass sich im Idealfall dieser Wert auf derzeit 350 g/kWh reduziert hat. Also rechnen wir 17,2 x 350 = 6,2 kg CO2/100 km. Hinzu kommt das durch die Batterieproduktion verursachte CO2. Die Produktion der Batterien benötigt für jede Kilowattstunde Speicherkapazität bis zu 180 kWh an Energie und verursacht zusätzlich zwischen 150 und 200 Kilogramm CO2 je kW Batteriekapazität.

Also 41×200=8200 kg CO2 + 41x180x350 (350 bei deutscher Produktion, China wäre vermutlich doppelt so hoch anzusetzen)= 2583 kg. Die 10783 kg teile ich bequemerweise auf eine Batterielebensdauer von 8 Jahren auf (ich hoffe die Dinger halten so lange), also ~1347 kg/Jahr. Bei einer angenommenen Jahresfahrleistung von 20.000 km produziert der Zoe also  1240kg + 1347kg = 2587 kg CO2/Jahr.

Als Vergleichswagen fungiert der schon etwas ältere und deutlich billigere Mercedes A 180 CDI Blue Efficiency. Mit E-Auto Prämie könnte es sein, dass beide Fahrzeuge auf den annähernd gleichen Preis kommen (Zoe ohne Prämie 29.000, A180 24.000). Der Verbrauch des A 180 beträgt 4,1-4,4 l Diesel/100km, das entspricht lt. Hersteller 10,9 – 11,6 kg CO2/100 km. Bei 20.000 km Jahresfahrleistung produziert der A180 also 2320 kg CO2/Jahr. Man könnte dann noch den Biodieselanteil herausrechnen, weil das ja auch ein CO2 neutraler nachwachsender Rohstoff ist, aber was solls, es geht ja auch so nicht zugunsten des E-Autos aus.

Allerdings sieht die Sache bei wenig Fahrern wie mir ganz anders aus: Ich fahre vielleicht 3000 km/Jahr, damit hätte ich mit einem Zoe 1530 kg CO2 verursacht, mit meinem guten Stern (R 170) vielleicht 800kg, weil die 23 Jahre alte Perle knapp 10l Benzin nimmt, egal ob man 50 oder 250 fährt. Mit dem A 180 sind es nur 348 kg…

….mein R 170 nuckelt konstant knapp 10l/100km

Im übrigen verkauft man an den Ladesäulen die Kilowattstunde für bis zu 109 ct. In Deutschland bietet Plugsurfing mittlerweile Fixpreise mit einer Abrechnung nach geladener Energiemenge an. So zahlst du mit dem Anbieter in Deutschland 0,49€/kWh bei AC-Stationen, 0,69€/kWh an DC-Stationen und 1,09€/kWh bei IONITY-Stationen.”  Die angegebenen 17,2 kWh/100km können also (gemittelt) durchaus 12 Euro kosten, während man 5l Diesel schon für 7 € bekommt. Wohl dem, der, wenn er einen Zoe (oder ein anderes E-Auto) besitzt, einige Solarmodule auf dem Hausdach sein eigen nennt und überwiegend nachts fährt. Nur dann könnte sich der Quatsch rechnen.

Natürlich kann ein E-Auto einiges über die vermutlich geringeren Wartungskosten kompensieren, aber nehmen wir mal den 5 Euro Preisunterschied beim Tanken bei unseren zwei Vergleichsfahrzeugen. Damit kann man locker die höheren Wartungskosten eines Verbrenners tragen. Zudem steht ja dann nach ungefähr 8 Jahren beim E-Auto ein recht teurer Akkuwechsel ins Haus. Man redet da bei manchen Modellen von bis zu 10.000 €. Beim Zoe ist ein Akku-Upgrade (gestützt von Renault) scheinbar für 4.800 € zu haben.

Das Fazit, was jeder lösungsorientiert denkende Mensch nur ziehen kann ist: Ein E-Auto ist finanziell nicht lukrativ. Die E-Mobilität ist keine Lösung des Klimaproblems, es sei denn Deutschland verabschiedet sich vom Abschied von der Kernenergie und baut neue Meiler, die im Idealfall den Millionen Jahre strahlenden Atommüll zu etwas mit wesentlich geringeren Halbwertszeiten verarbeiten und dabei nebenbei noch Strom produzieren. Dann würde nämlich der deutsche Strommix CO2 ärmer, das Endlagerproblem wäre gelöst und auch der Mehrbedarf durch die E-Mobilität könnte gedeckt werden, wenn das Stromnetz mitspielt…

Grüne: Atomkraft niemals! Ausstieg beschleunigen. SPD: Atomkraft nicht mit uns, die CDU möge sich auch deutlich abgrenzen! Linke: Wir fordern einen unumkehrbaren Atomausstieg sofort! CDU: Die Gottkanzlerin hat doch den Atomausstieg verkündet, da können wir momentan nix ändern, aber wir arbeiten daran. FDP: für Atomkraft. AfD: auch dafür. Leben Politiker eigentlich noch in der realen Welt? Ich glaube wir brauchen eine wesentlich direktere Form der Demokratie bei Grundsatzentscheidungen.

P.S.: Ich danke @Marten, welcher mich mit seinem Lobgesang auf Tesla zu diesem Beitrag inspirierte. Der Beitrag erschien, wie immer, zuerst auf https://invalidenturm.eu/2021/07/e-mobilitaet-im-vergleich/

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Über Gerald Fontaine 562 Artikel
Gerald wurde in Zittau geboren. Er studierte zunächst an der Polytechnischen Oberschule 10 Jahre lang den glorreichen Sieg der Oktoberrevolution und die Vorzüge der Diktatur des Proletariats...... steckbrief-fuer-das-publikum Ja, das isses. Informatiker mit polnisch zuerkanntem Doktortitel, sozial engagiert, Journalist, Politiker, Jurist, Wirtschaftskapitän. Wählt mich! Ich hab die Haare schön.

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