Sanktionen für Weißrussland

Minsk - A_Matskevich (CC0), Pixabay

Geile Nummer: Flüge aus Belarus, wie Weißrussland neuerdings heißt, dürfen nicht mehr die EU anfliegen und Fluglinien der EU fliegen nicht mehr drüber weg, oder so. Frau v.d.Leyen greift durch. Da wird sich aber Lukaschenko ärgern. Keiner kann mehr auf direktem Weg in die EU in den Sommerurlaub fliegen. Drei Milliarden an Fördergeldern wurden ebenfalls eingefroren. Die Begründung: das wäre Geld, was sich die Politiker ohnehin in die eigene Tasche wirtschaften. Also treffen diese Maßnahmen die richtigen. Entzückend. Ich frage mich da, warum die EU überhaupt fördert und wofür diese Förderung eigentlich dienen sollte. Gehalt für Lukaschenko? Natürlich fördert man Oppositionelle in Weißrussland weiterhin. In manchen Kreisen nennt man so etwas Einmischung in innere Angelegenheiten eines souveränen Staates…

Weißrussland hängt eher mehr von Russland ab als von der EU. Da werden aber EU-Sanktionen wegen der “Entführung” einer Ryanair-Passagiermaschine und der Verhaftung des “Regimekritikers und Journalisten” Roman Protasewitsch durch den “weißrussischen Diktator” Alexander Lukaschenko viel bringen. Vor allem solange dieser auf die Hilfe von Wladimir Putin zählen kann, bleibt die Wirkung begrenzt. Also werden sicherlich die Sanktionen gegen Russland verschärft werden und mal wieder das von den Amis ungeliebte Nordstream2 ins Schussfeld geraten. 

Es ist gar nicht lange her, da bezeichnete man Protasewitsch übrigens noch als Blogger. Ich habe keine Ahnung wie die internationalen Absprachen im Fall einer Bombendrohung lauten und ob ein international mit Haftbefehl gesuchter Protasewitsch nicht eigentlich auch in Griechenland oder Litauen erst einmal hätte verhaftet werden müssen. Die EU-Staats- und Regierungschefs verurteilten jedenfalls die “staatliche Entführung” des Flugzeugs, das sich auf dem Weg von Athen in die litauische Hauptstadt Vilnius befand, aufs schärfste und fordern in einer gemeinsamen Stellungnahme die umgehende Freilassung von Protasewitsch und seiner Freundin.

Noch während die EU tagte, veröffentlichte Weißrussland ein Video von Protasewitsch aus dem Gefängnis. Darin legt er das Geständnis ab, die Massenproteste im Nachgang zur Präsidentschaftswahl im letzten Sommer mit organisiert zu haben. Lukaschenko hatte zunächst nach ersten Berichten 82 Prozent der Stimmen erhalten. Die Oppositionelle Swetlana Tichanowskaja kam wohl auf 5%. Daraufhin sprach die Opposition von Wahlmanipulation und Tausende protestierten in Minsk. Natürlich wurde Lukaschenko nicht demokratisch gewählt, schon im Vorfeld wurden Konkurrenten ausgeschaltet, siehe Aktivisten beweisen Betrug: So fälschte Belarus seine Wahl – n-tv.de.   

Protasewitsch sagte auch, die weißrussischen Behörden würden ihn gut behandeln. Allerdings gibt es “Beobachter”, für die klar ist, dass das Video unter Zwang entstanden ist. Protasewitsch hätte Schrammen am Kopf, es sei möglich, dass man ihn unter Druck setzt und dass seine Nase gebrochen ist, denn ihre Form wäre anders und es sei eine Menge Make-up Puder darauf. 

“Die ganze linke Seite seines Gesichts ist abgepudert und er wirkt sehr verstört und nervös”, sagte sein Vater Dmitri Protasewitsch der Nachrichtenagentur Reuters.

Ja, völlig verbeult der Junge. Nervös wäre vermutlich jeder, der nicht weiß, wie das ganze ausgeht. Du, du, du oder 30 Jahre Steinbruch und natürlich hat der gute beim Video sicherlich nur mitgemacht, um ein möglichst mildes Urteil zu erhalten. Das liefe wohl in jedem Land der Welt ähnlich.

Russland wirft der EU Heuchelei vor. Maria Zakharova, Chefsprecherin des Außenministeriums sagte: “Schockierend ist, dass der Westen den Vorfall im weißrussischen Luftraum schockierend findet”, unter anderem verwies sie auf die erzwungene Landung eines Flugzeugs des bolivianischen Präsidenten Evo Morales im Jahr 2013 in Wien. Damals war der US-Whistleblower Edward Snowden an Bord vermutet worden…

Weißrussland hat inzwischen den kompletten Funkverkehr und den Verlauf der Ereignisse mit der Ryanair Maschine hier http://caa.gov.by/ru/news-ru/view/1-203/ veröffentlicht.

Demnach war es die freie Entscheidung des Piloten in Minsk zu landen. Er hätte genau so gut Vilnius oder einen polnischen Flughafen wählen können. Auch die Drohmail wurde veröffentlicht:

23 мая 2021 г. на электронную почту Национального аэропорта Минск info@airport.by c электронного адреса protonmail.com на английском языке поступило письменное сообщение следующего содержания:

«Мы, солдаты ХАМАС, требуем, чтобы Израиль прекратил огонь в Секторе Газа. Мы требуем, чтобы Европейский Союз отказался от поддержки Израиля в этой войне. Известно, что участники Delphi Economic Forum возвращаются домой рейсом FR4978. В этот самолет заложена бомба. Если вы не выполните наши требования, бомба взорвется 23 мая над Вильнюсом».

Am 23. Mai 2021 wurde auf info@airport.by (die E-Mail des nationalen Flughafens) von der protonmail-E-Mail-Adresse ahmed_yurlanov1988@protonmail.com eine Nachricht in englischer Sprache mit folgendem Inhalt empfangen:

“Wir, Hamas-Soldaten, fordern, dass Israel den Waffenstillstand in Gaza aufgibt. Wir fordern, dass die Europäische Union auf ihre Unterstützung für Israel in diesem Krieg verzichtet. Es ist bekannt, dass die Mitglieder des Delphi Economic Forum auf Flug FR4978 nach Hause zurückkehren.” in einem weiteren Text geht die Mail dann noch weiter: “Auf dieses Flugzeug wurde eine Bombe gezündet. Wenn Sie unseren Forderungen nicht nachkommen, wird die Bombe am 23. Mai über Vilnius explodieren. Allahu Akbar.

Nun ja, man bastelt wohl noch.

 

.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.




Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.