Bundestagswahl – die Macht der Alten

Bundestagswahl 2017

Die Jahrgänge 1943 bis 1968 werden 2017 in Deutschland rund 48 % der wahlberechtigten Bürger bei der Bundestagswahl stellen. Auf Grund der zu erwartenden höheren Wahlbeteiligung der Wählergruppe werden vermutlich mehr als 50 % der abgegebenen Wähler-stimmen von uns “Uhu´s” stammen, also haben wir es in der Hand den Wahlausgang zu bestimmen.

Das wissen auch unsere Politiker, deswegen hat jede Partei irgendwelche, mehr oder weniger sinnvolle Versprechen für die Rentner im Wahlkampfprogramm für die Bundestagswahl stehen.

Ich finde es unerträglich, was die “GroKo” in den letzten Jahren in Deutschland angerichtet hat. “Alle sind herzlich willkommen” war der absolut falsche Ansatz.  Auch mit dem würdelosen Aufstocken der Rente durch Sozialhilfe muss endlich Schluss sein. Man kann in einem reichen Land wie Deutschland doch erwarten, dass eine Rente für den Lebensabend reicht, ohne noch dazuverdienen, oder zum Sozialamt laufen zu müssen.

Deswegen bietet sich diesmal an, eine Partei zu wählen, die eine ausreichende Absicherung im Alter auch für Geringverdiener, Hausfrauen oder Alleinerziehende mit auf dem Plan hat. Am besten durch eine bedingungslose Mindestrente (kein prozentuales Mindestrentenniveau) in ausreichender Höhe. Als ausreichend würde ich momentan einen Betrag von ca. 1000 €/Monat erachten. Auch “Bürgergeld” oder “Grundeinkommen”  wären eine Möglichkeit, wobei ich bezweifele das so was wie bedingungsloses Grundeinkommen für alle realisierbar ist.

Jeder fünfte 67-Jährige wird 2036 von Altersarmut bedroht sein. Das Armutsrisiko der Neurentner steigt von derzeit bundesweit 16,2 Prozent auf 20,2 Prozent.  Künftig werden immer mehr Neurentner auf Sozialhilfe angewiesen sein, momentan beträgt die Grundsicherungsquote für 67-Jährige 5,4 Prozent, diese wird auf ca. 7 Prozent 2036 ansteigen.

Oder anders gesagt: Momentan 16,2%, im Jahr 2036 dann 20% der deutschen Rentner sind arm, ein Drittel dieser armen Rentner ist auf Sozialhilfe angewiesen, beim Rest langt´s gerade so aus eigener Kraft. Außer alleinstehenden Frauen, Alleinerziehenden und Langzeitarbeitslosen sind Ostdeutsche aufgrund der Situation in den 90ern deutlich stärker betroffen.  

Würde heute schon das zulässige Mindestrentenniveau für 2030 von 43 Prozent gelten, hätte jemand, der sein Arbeitsleben lang 2500 Euro im Monat verdient hat, nach 40 Beitragsjahren einen monatlichen Rentenanspruch von 809 Euro. Das liegt gerade mal 15 Euro über der Grundsicherung von derzeit 794 Euro, rechnete der Verdi Chef Frank Bsirske aus.

Die SPD will mit ihrem Wahlprogramm den Bürgern mit ihrer “doppelten Haltelinie” bis 2045 ein Rentenniveau von mindestens 46 Prozent garantieren. Der Beitragssatz soll bis dahin nicht über 25 Prozent steigen. Was bringt das? Für die ärmsten Rentner eigentlich nichts. Auch die CDU will etwas für die Rentner tun, das Ergebnis ist das gleiche. Nichts.

Die Jamaica Koalition in Schleswig Holstein prüft derzeit Pläne alternative Absicherungsmodelle zu erproben. https://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/1000-euro-jamaika-koalition-will-grundeinkommen-fuer-alle-testen-id17146886.html

 

Eigeniniative möglich?

Was können die Betroffenen selbst tun, außer nach Schleswig-Holstein zu ziehen? Eigentlich recht wenig, wenn man ein geringes Einkommen hat, kann man keine nennenswerten Rücklagen bilden, eventuell könnte eine Riester geförderte Anlage einen gewissen Sinn ergeben. Allerdings solltet ihr beachten, dass auch die spätere “Riesterrente” als Einkommen gewertet, und gegen Sozialhilfe gegengerechnet wird.

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